Mittwoch, 16. Juli 2014

Noctalis Fledermauswelten

An Finjas Grundschule waren kürzlich Projektwochen. Zwischen all den Angeboten hat sich Finja für das Projekt "Fledermäuse" entschieden.

Am Sonntag, bevor das Projekt starten sollte, rief die Projektleiterin bei mir an und fragte, ob ich zum Noctalis nach Bad Segeberg mitkommen könnte. Sie brauchte sowohl eine zweite Aufsichtsperson als auch jemanden, der auf der Tour noch Kinder aus dem Projekt im Auto mitnehmen konnte. Nachdem ich mich also bei meinem eigenen Projekt "Steine gestalten" mit meiner Projektkollegin abgesprochen hatte, dass sie an dem Tag allein die Stellung in unserer Gruppe hält, sagte ich zu. So hatte ich doch noch einen Projekttag zusammen mit meiner Tochter, was mich natürlich besonders freute.

An diesem Projekt haben insgesamt 5 Kinder teilgenommen. Durch die vielen Hilfen, die von Eltern und anderen Freiwilligen kam, waren diese schönen kleinen Gruppen möglich.

Das Noctalis ist natürlich ein kleines Highlight während Finjas Projekttagen. Bis dahin haben die Kinder schon eigene kleine Fledermäuse gebastelt und ein Fledermauskasten gebaut und bemalt. Außerdem haben sie natürlich viel über Fledermäuse gelernt.

Pünktlich zu Schulbeginn trafen wir uns vor der Schule und verteilten die Kinder auf unsere beiden Autos. Etwa eine Stunde später parkten wir schon auf dem großen Karl-May-Parkplatz in Bad Segeberg. Nach einem kurzen Fußmarsch erreichten wir auch das Noctalis.


An der Kasse bekommt jeder eine Taschenlampe in die Hand, und somit starten wir gut gerüstet in die Ausstellung. Wir beginnen im untersten der insgesamt 4 Stockwerke.

Wir gelangen in eine "Höhle", in der es nicht stockdunkel, aber duster ist, so dass sofort unzählige Taschenlampenlichtkegel neugierig durch den Raum schwirren. Die Höhle soll an ein Winterschlafquartier der Fledermäuse erinnern

An den Wänden hängen Info-Tafeln zu dem Leben der Fledermäuse, in kleinen Luken befinden sich Fühlkästen, überall gibt es Klappen, um etwas zu entdecken. Wie warm ist eine Fledermaus, wenn sie fliegt und wie kalt wenn sie Winterschlaf macht? Wie fühlt sich das Fell der Fledermaus an? Das kann man hier nicht nur nachlesen, sondern selbst fühlen.

Wer mit seiner Taschenlampe von den Wänden weg und nach oben an die Decke leuchtet, wird ebenfalls einige interessante Entdeckungen machen.

Im Treppenhaus lesen wir auf dem Weg zur nächsten Etage was es mit den Vampirmythen auf sich hat. Fledermäuse und Vampire sind schließlich in Mythologie und Aberglaube seit jeher eng miteinander verknüpft. Aber auch moderne Actionhelden wie Batman, haben sich von der Fledermaus inspirieren lassen. Also genau genommen haben sich ihre Schöpfer davon inspirieren lassen, aber ihr wisst schon, was ich meine...

Eine besonders spannende Etage finden wir vor, als wir uns über die Lebensräume der Fledermäuse schlau machen wollen. Hier können die Kinder merkwürdige Geräusche hören, die aus einer Höhle kommen. Wer mutig genug ist, krabbelt hinein und wird eine tolle Überraschung erleben ;-) Auch ein nachgebauter Dachboden gibt Rätsel auf: Wie viele Fledermäuse kannst du entdecken? Ich habe nicht annährend die Anzahl gefunden, die dort versteckt sein sollte.

Als wir zurück im Treppenhaus sind, erleben wir eine kleine Überraschung. Eine Mitarbeiterin erwartet uns mit einem kleinen Flughund auf der Schulter. Sie erzählt uns allerhand zu dem Tier und wir haben die Gelegenheit, ihn von ganz nah zu beobachten. Unglaublich faszinierend!!

Im obersten Stockwerk treffen wir dann auf lebenden Tiere. Neben Mäusen und Schlangen erwartet uns hier eine riesige Voltaire mit Fledermäusen. Es handelt sich um Brillenblattnasen, deren Tag- und Nacht-Rhytmus umgestellt wurde, damit Besucher die Gelegenheit haben, sich das muntere Treiben anzusehen. Vor dem Gehege stehen Bänke, so dass man hier, am Ende der Ausstellung angekommen, gerne eine Weile verweilen möchte. Es ist, als würde man komplett in die Welt der Fledermäuse eintauchen und die Zeit um sich herum vergessen. Die Fledermäuse zu beobachten, wie sie die eben aufgehängten Bananen wegfuttern oder in einer unglaublichen Geschwindigkeit durch den Raum flattern, all das beeindruckt mich sehr, so dass ich mich hier nur sehr schwer losreißen kann.

Aber wir müssen weiter, denn unsere Höhlenführung beginnt in wenigen Minuten. Den Startzeitpunkt haben wir bereits am Eingang erhalten, als wir unsere Eintrittskarten gekauft haben.

Also sammeln wir alle Kinder wieder ein, holen unsere Sachen aus dem Garderobenraum und stehen nur wenige Minuten später vor dem Noctalis und am Eingang zur Höhlenführung.


Wir sind eine recht überschaubare Gruppe, etwa 10 Leute. Ich bin nicht sicher, ob es daran liegt, dass wir die Höhle an einem gewöhnlichen Wochentag vormittags besuchen oder daran, dass die Gruppen immer so klein gehalten werden. Auf jeden Fall empfinde ich das als sehr angenehm so. 

 Am Fuße des Kalkbergs laufen wir ein kleines Stück bis zum Eingang der Höhle. Hier können wir die Einflugöffnung für die Fledermäuse sehen. Ein Bewegungsmelder registriert jedes Tier das hinein oder heraus fliegt. So ist eine ziemlich genaue Messung über die Anzahl der Tiere in der Höhle möglich. Letzten Winter haben über 20.000 Tiere dort überwintert. 


Nachdem unsere Höhlenführerin uns mit ein paar generellen Informationen und Verhaltensregeln vertraut gemacht hat, dürfen wir in die Höhle eintreten.

Es fasziniert mich, wie groß diese Höhle ist, und wie genial die Natur hier am Werk war. Wir erfahren, dass diese Höhle durch einen absickernden See quasi ausgespült ist und eine konstante Temperatur hält, was sie zu einem idealen Winterquartier für die Fledermäuse macht.

Leider sind zu dieser Jahreszeit keine Fledermäuse zu entdecken, da alle ausgeschwärmt sind. Erst Ende August, wenn die neugeborenen Jungtiere auf Erkundungstour durch die Höhle fliegen, kann man als Besucher die Tiere zu Gesicht bekommen. Aber auch ohne Fledermäuse ist die Höhlentour ein ganz besonderes Erlebnis. Doch psst.... Hier darf man nicht zu laut sein! Aber was es mit dem versunkenen See, dem Höhlendrachen und den sieben Zwergen auf sich hat, das verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht!

Die Tour durch die Höhle dauert etwa 45 Minuten. Dabei legt man nur knapp 600 Meter zurück. Ich muss gestehen, in der Höhle selbst kam es mir viel mehr vor. Auf dem Schild hinter Finja im folgenden Bild, kann man die Grundrisse der Höhle noch leicht erkennen.


Die Höhlenführung war - nicht nur wegen unserer sympatischen Höhlenführerin - das Highlight für die Kinder (und uns Erwachsene natürlich auch).

Wir verabschieden uns vom Noctalis, wollen aber noch nicht gleich zurück zur Schule fahren (das Unterrichtsende haben wir ohnehin schon verpasst). Also entscheiden wir uns dazu, den Kalkberg zu erklimmen und die Aussichtsplattform, die wir vor der Höhlenführung schon entdeckt haben, zu erreichen.

Wer also behauptet, wir hätten hier in Schleswig-Holstein keine Berge, der hat sich wirklich gestäuscht. Zwar ist der Kalkberg mit seinen 91 Metern eher ein Hügelchen und von vielen Bayern wahrscheinlich nicht mal als Erhebung wahrgenommen, dennoch ist die Aussicht von hier oben nicht minder schön! Bei gutem Wetter kann man hier angeblich sogar die Kirchtürme Lübecks entdecken.


Nachdem wir auch noch einen Blick in den Brunnenschacht geworfen haben, aus dem die Menschen versucht haben, Wasser für die Burg (jawohl!), die auf diesem Berg mal stand  zu gewinnen, machen wir uns auf den Heimweg.

Fazit: Wer sich für Fledermäuse interessiert oder einfach nur die Welt dieser außergewöhnlichen Tiere kennenlernen möchte, wird im Noctalis nicht enttäuscht. Die Ausstellung ist mit seinen vielen praktischen (Mitmach-)Möglichkeiten sehr kurzweilig.

Wir werden auf jeden Fall Ende August nochmal mit Kevin und Torben hinfahren, die von unseren Erzählungen ganz neugierig geworden sind. Und auch eine befreundete Familie wird sich uns anschließen, worauf ich mich jetzt schon besonders freue!

Adresse:

Direkt am Kalkberg in Bad Segeberg    


Öffnungszeiten:

Montag-Freitag: 9:00 - 18:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr

Eintrittspreise (Kombiticket Ausstellung und Höhle):

Erwachsene: 11,00 €
Kinder:7,00 €

Dienstag, 15. Juli 2014

Speed Cups²

 Jetzt gibt es Speed Cups² und für uns stand sofort fest: Das müssen wir einfach haben!! Wir hatten Glück und durften das Spiel bereits vor dem offiziellen Verkaufsstart ausprobieren!


Daten zum Spiel: 

Titel: Speed Cups²
Autor: Haim Shafir
Verlag: Amigo Verlag
Altersempfehlung: ab 6 Jahren
Spieleranzahl: 2
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Preis: 7,99 €

Spielmaterial:
  • 19 Spielkarten 
  • 10 Cups in fünf Farben
  • 1 Spielanleitung
Spielverlauf: 

Jeder Spieler erhält fünf bunte Cups, mit denen er Aufgabenkarten erfüllen muss. Auf diesen Aufgabenkarten sind Gegenstände in eben diesem fünf Farben abgebildet und der Spieler muss seine Cups nun genau so stapeln oder anordnen, wie auf der Karte abgebildet. Das ist mal schwieriger, mal leichter, aber auf jeden Fall immer sehr lustig, kurzweilig und schnell!

Beispiel: Auf der Karte sieht man eine Rakete: Rumpf rot, Mittelteil grün und Spitze schwarz. Davon steht ein Astronaut in gelbem Anzug mit einem blauen Helm.


Wer als erster fertig ist und die Aufgabe korrekt gelöst hat, darf sich die Karte nehmen und vor sich ablegen. 

Das Spiel endet, wenn alle Aufgabenkarten durchgespielt wurden, der Spieler, der die meisten Karten vorweisen kann, gewinnt. 

Speed Cups² lässt sich aber nicht nur zu zweit spielen, sondern zusammen mit dem Grundspiel auch mit bis zu 6 Personen. Wir haben das am letzten Wochenende direkt mit Freunden bei unserer Spielerunde ausprobiert.

Wir hatten sehr viel Spaß dabei, allerdings sind die Karten bei 6 Spielern fast etwas zu klein, denn insbesondere die Kinder hatten Probleme, die Karte auf dem Tisch richtig zu sehen. Auch die Klingel war bei so vielen Spielern nicht von allen Personen am Tisch gleichermaßen gut zu erreichen.

Fazit: 

Speed Cups² ist ein tolles Spiel für zwei Personen, die fix reagieren und noch fixer bauen können. Wer es nicht gleich hinbekommt, lernt es aber sehr schnell! Schon nach der ersten Runde hat man den "Dreh" raus und es geht sehr actionreich am Tisch zu.

In Kombination mit dem Basisspiel kann man noch mehr Spieler an den Tisch holen und die Aufgabenkarten aus beiden Spielen mischen, um die Runden etwas zu verlängern und auch Abwechslung in das Spiel zu bringen. Während nämlich beim Basis nur hoch und seitlich angeordnet wird, geht es bei Speed Cups² auch schon mal kreuz und quer. Bei kompletten 6 Spielern kann es ggf. etwas Schwierigkeiten mit der Sichtbarkeit der Karten geben, aber das ist sicher auch davon abhängig, wie die Gegebenheiten vor Ort sind.

Bei uns wird Speed Cups²+Speed Cups rauf und runter gespielt und wird sicher auch im Urlaubsgepäck landen.

Einen kleinen Live-Einblick in das Spiel gibt euch jetzt Finja:

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Montag, 16. Juni 2014

[Family on Tour] Freilichtmuseum Molfsee

Karfreitag waren wir mit meinen Eltern und der Familie meines Bruders zusammen im Steinzeichen-Park in Rinteln. [Hier] könnt ihr noch mal nachlesen, was wir dort erlebt haben. Pfingsten haben wir erneut für einen schönen 3-Generationen-Ausflug genutzt, allerdings dieses Mal mit der anderen Seite der Familie: wir waren mit Kevins Eltern unterwegs. Das Freilichtmuseum Molfsee in der Nähe von Kiel wurde einstimmig als Ziel auserkoren.


Auch hier haben wir einen Bollerwagen gemietet, damit wir unseren Proviant nicht tragen müssen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir auf Dauer günstiger kommen, wenn wir uns selbst einen kaufen. Notiz an mich: *Bollerwagen anschaffen*.

Die Häusergruppen sind nach ihrer jeweiligen Herkunft zusammengefasst. An den Häusern selbst ist eine Infotafel und eine Karte, auf der man den genauen, ursprünglichen Standort ablesen kann und nähere Informationen zu dem Haus und seine Funktion bekommt.


Die meisten Häuser sind innen mit Möbeln und/oder typischen Alltagsgegenständen ausgestattet. In manchen Häusern findet man auch Ausstellungsstücke wie Spielwaren oder große Infotafeln.

"Hummel, Hummel"
                               "MORS, MORS"

ist ein typischer Ausruf in Hamburg und geht auf den Wasserträger (Hummel)  zurück, der den Kindern auf ihren Spott mit "Mors, Mors", also einer angedrohten Tracht Prügel antwortete. Wie hart der Beruf des Wasserträgers war, konnten wir hier selbst erleben. Ich habe die beiden Holzeimer kaum anheben können, Kevin und Torben haben da deutlich mehr Kraft und schaffen es zumindest für einen kurzen Moment dieses Gewicht auf den Schultern zu tragen.



Besonders schön fand ich die liebevoll angelegten Bauerngärten, die an einige Häuser angrenzten. So eine Vielfalt, so natürlich - einfach herrlich!!

Aber viel Zeit zum Schwärmen bleibt irgendwie nicht, denn Finja hat schon eine neue Gerätschaft entdeckt, die sie genauer unter die Lupe nehmen muss. Glücklicherweise ist die Walze aber angebunden und so werden größere und kleinere Walzunfälle gleich unmöglich gemacht.



Im Haus selbst finden wir dann weitere landwirtschaftliche Geräte, deren Bedeutung uns allerdings schleierhaft ist. Eine mit Stahlspitzen bespickt große Walze beispielsweise. Torben hält es für ein mittelalterliches Folterinstrument und in der Tat möchte ich mir nicht vorstellen, wie man sich fühlt (und ob man überhaupt noch irgendetwas fühlt), wenn man darunter gerät. Leider fehlen an den Geräten entsprechende Hinweisschilder, die erklären, wofür die einzelnen Geräte oder Gegenstände ursprünglich verwendet wurden. So können wir nur raten und Mutmaßungen anstellen, was ich teilsweise wirklich schade finde.



"Schau mal, Mama, ein früherer Brotbackautomat ist hier drin", meint Torben grinsend und zieht mich in das nächste Haus. Ein Brotbackautomat?! In einem alten Bauernhaus?, so richtig vorstellen kann ich mir das nicht. In der Küche angekommen sehe ich einige alte Gegenstände, aber nichts, was wie ein Brotbackautomat aussehen würde. "Wo ist er denn nun, ich kann nichts sehen", sage ich. Er grinst mich an, macht einen kleinen Schritt zur Seite und zeigt auf den kleinen Steinofen, der in das Mauerwerk eingelassen wurde..... 1:0 für Torben...

Wie es sich für Bauernhöfe gehört, dürfen natürlich auch Tiere nicht fehlen, Ziegen, Schafe, Schweine, Kaninchen. Viele haben gerade Nachwuchs bekommen und wenn es nach Finja ginge hätten wir jetzt lauter Tierbabies in unseren Garten einquartiert...


Auf dem Gelände verteilt sind viele Werkstätten. Teilweise kann man sie nur durch das Fenster oder durch die Tür in Augenschein nehmen, in manchen wird hingegen richtig "gearbeitet" und gefertigt.


Man kann dem Schmied oder dem Korbmacher über die Schulter schauen, sich in der Töpferwerkstatt nicht nur an den großen und kleinen Kunstwerken kaum satt sehen, sondern auch der Dame dort bei der Arbeit zusehen. Ein Teil schöner als das andere. Wir sind schon ein Haus weiter, als ich merke, das Finja nicht mehr neben mir läuft. Ich sehe sie bei der Töpferin am Klönfenster plaudern.

"Was wolltest du denn noch von der Dame?", frage ich sie. "Ach Mama, ich musste ihr doch noch schnell sagen, dass sie den schönsten Job der Welt hat!"

Weiter geht es an einem See vorbei, wir werfen unterwegs einen kleinen Blick in eine alte Fischerhütte, durch die Landschaft. Ich genieße die kurze Verschnaufpause und die wunderschöne Umgebung. Hohes Gras und eine Horde Enten, im Hintergrund die alten Reeddächer, es ist so idyllisch, das man sich wirklich wie auf einer kleinen Zeitreise fühlt, fernab von Hektik, Stress, Lärm und Multimedia.


Am Pfingsmontag war Mühlentag und so war die Besichtigung der Holländer Mühle, die aus diesem Anlass ihre Pforten für die Besucher geöffnet hat, ein kleines Highlight, auf das wir uns besonders gefreut haben. Schon als Kind war ich mit meinen Eltern am Mühlentag unterwegs um die verschiedenen Mühlen in unserer Region zu entdecken.


In der Mühle stand ein Mitarbeiter den Fragen der Kinder und Erwachsenen Rede und Antwort. Finja löchert ihn mit unzähligen Fragen und er erklärt ihr alles sehr geduldig und ausführlich.


Nach einer halben Stunde wissen wir schon eine ganze Menge über das Mehl mahlen, aber auch darüber, wie eine Mühle so funktioniert und wie man sich die Arbeit in einer Mühle vorstellen muss. Von meinem Schwiegervater erfahren wir, dass auch Finjas Uropa eine Zeitlang in einer Mühle gearbeitet hat.

Und mehr als einmal an diesem Tag denke ich, was es doch für eine Bereicherung ist, so einen Ausflug ins Freilichtmuseum zusammen mit den Großelterrn zu unternehmen, denn man erfährt nicht nur, mit welchen Gegenständen sie früher in ihrem Alltag noch selbst gearbeitet haben, sondern auch die ein oder andere Anekdote der eigenen Familiengeschichte. 

In der Schule berichtet meine Schwiegermutter von damals üblichen Schlägen mit dem Rohrstock, sie rechnet mit Finja an der Zahlenleiste und Finja revanchiert sich dafür mit einer Lehrstunde HSU wo sie über Fledermäuse referiert, während Oma brav in der Schulbank sitzt. Ein wirklich schönes Zusammenspiel der Generationen.

Die Schule gehört übrigens zu der Region Nordfriesland. Hier gibt es auch noch ein Armenhaus, in dem die Zimmer jedoch so klein sind, dass kaum ein Bett hinein passt. Meist haben sich sogar mehrere Familien ein Zimmer teilen müssen. Ein seltsamer Gedanke, finde ich und freue mich über mein eigenes Zuhause.

Das nächste Dörfchen ist aus Angeln. Angeln liegt zwischen der Flensburger Förde und der Schlei, also ganz im Norden von Schleswig Holstein. Im Molfsee kann man von dort eine Apotheke, alte Schulräume, eine Uhrmacherstube und die Meierei besichtigen.

Ich muss gestehen, dass ich diese alten Apotheken liebe und mich gar nicht sattsehen kann an den vielen kleinen Döschen und Fächern und Waagen. Einfach toll!

In diesem Gebäude gibt es neben der Apothekerstube und einer Trockenstube für Kräuter und Gewürze auch noch ein kleines Apotheker-Museum im Dachgeschoß. Es erinnerte mich etwas an das medizinische Museum im St. Bart's Hospital, jedoch sind die Geräte hier eher auf den Apothekerbedarf abgestimmt. Dennoch überkommt mich eine große Erleichterung über die zwischenzeitlichen medizinischen Erkenntnisse...


Besonders schön an dieser Apotheke ist auch der angrenzende Apothekergarten, in dem die einzelnen Beete ähnlich wie bei den Bauerngärten angelegt sind, jedoch sind die einzelnen Beete in die Krankheiten unterteilt, die die jeweiligen Pflanzen darin behandeln. Vielleicht mache ich das in unserem Garten auch mal?!

In der Meierei findet man ein kleines Café, in dem man sich mit einer Tasse Kaffee oder einem anderen Getränk und Kuchen stärken kann. Auch Eis gibt es hier. Die Hälfte des Rundweges liegt nun hinter uns und daher haben auch wir Lust auf eine kleine Pause. Wir machen es uns unter einem der großen Sonnenschirme gemütlich und genießen ein kühles Eis. In der Meierei gibt es auch eine kleine Käsetheke, an der man aus vielen verschiedenen Sorten wählen kann. 

Finja kann es kaum erwarten endlich zum Jahrmarkt zu kommen.

Hier warten Karussells, und Spielgeräte auf die Kinder. Da die Kinder bisher was Spiel- und Tobemöglichkeiten etwas zu kurz gekommen sind, kann ich sie gut verstehen. Nach einen kleinen Schnack mit Opa an der Klöntür geht es auch schon auf den Jahrmarkt.


Endlich! Das Museum bis dahin, bietet bis daher nur wenig Möglichkeiten für Kinder, sich auszuprobieren geschweige denn zu Spielen. Gerade deswegen wird der Jahrmarkt um so dankbarer angenommen. "Tja", denke ich. "Genau so muss es auch zu damaliger Zeit gewesen sein, wenn der Jahrmarkt in die Stadt kam".

Leider war das Kettenkarussell außer Betrieb, aber die kleinen Schiffschaukeln und das große Karussell machten dann nicht nur den Kindern viel Spaß!



Hier kann man sich übrigns auch mit einem kleinen Imbiss oder einem Getränk stärken, denn wie es sich für einen Jahrmark gehört, gibt es hier auch einen kleinen Kiosk.

So langsam machen wir uns auf den Rückweg, mein Schwiegervater möchte noch einmal die Häuser aus Dithmarschen, seiner ursprünglichen Heimat sehen. Hier darf natürlich das obligatorische Kohlbeet nicht fehlen.

Anschließend kommen wir noch an einer Wassermühle vorbei, die leider trotz Mühlentag nicht in Betrieb ist. Aber da haben ja bereits mit der Schleifmühle in Schwerin eine Wassermühle kennen gelernt und daher konnten sie die Kinder nun gut vorstellen, wie diese Mühle hier arbeitet.



Noch bis Ende des Jahres gibt es die Sonderausstellung "Alt und Jung - Vom Älterwerden in Geschichte und Zukunft".

Jedes Lebensalter hat andere Bedürfnisse, wie sehr diese sich im Alter verändern und wie Pflege vor ein paar Jahrzehnten noch aussah kann man hier ebenso erfahren, wie die demographische Entwicklung anhand von Playmobil-Figuren nachzuvollziehen. Immer mehr ältere Leute, immer weniger Kinder. Noch vor 100 Jahren war das Verhältnis von alten und jungen Menschen fast umgekehrt.


Besonders interessant fand ich die Hochzeitsbilder aus den unterschiedlichen Dekaden des vergangenen Jahrhunderts bis heute. Einige Paare sind von der Verlobung bis zur goldenen Hochzeit vertreten und spiegeln dabei nicht nur ihr eigenes Leben, sondern in Kleidung und Aufmachung das einer ganzen Generation wider. Vor diesen Bildern könnte ich mich noch eine ganze Zeit aufhalten, aber es gibt hier schließlich noch mehr zu entdecken. Wie viel Zeit in der Pflege für die einzelnen Tätigkeiten veranschlagt werden darf, erschreckt mich. Meine Schwiegermutter, die selbst jahrelang in der Altenpflege gearbeitet hat, bestätigt diese Pflege nach Zeitplan und meint, dass die Patienten dabei einfach zu kurz kommen. Das kann ich mir sehr gut vorstellen, denn die Akkordpflege war ja schon oft in der Kritik. Alt werden ist eben nichts für Feiglinge, das merke ich in dieser Austellung immer wieder. "Glücklicherweise bleiben mir bis dahin noch ein paar Jahre", geht es mir durch den Kopf und ich schiebe das Thema schnell von mir weg. Fürs Erste...


Finja schreibt schnell noch einen Eintrag in das ausliegende Gästebuch und dann geht es weiter. Bevor wir das Gelände verlassen wollen wir noch mal schnell zur Bockwindmühle, an der an diesem  morgen der Gottesdienst stattfand. Irgendwie haben wir gehofft, dass sie ebenfalls geöffnet sein würde (Mühlentag und so), aber leider konnte man diese Mühle nur von Außen bewundern. Dafür war nebenan noch ein schönes Haus, in dem ein Herbsttag vor 100 Jahren lebendig wurde. Ein Junge im Stall, eine Mutter mit ihren Kindern gerade in der Küche, mit einer Diskussion, die wir heute auch noch kennen:

"Ach Mama, warum soll ich mich denn waschen, ich werde doch ohnehin wieder schmutzig!"

Im Nebenraum leben die Großeltern. Ein alltäglicher Abend wird mit großen Figuren und Geräuschen lebendig! Sehr schön gemacht und eines der schönsten Häuser in der Anlage, wie ich finde.

Auf vor diesem Haus findet man, wie auch schon vor anderen Häusern auf dem Rundgang die Silhuette eines gelben Playmobil-Mädchens. Das ist immer ein Hinweis darauf, dass dieses Haus thematisch zu der Sonderausstellung "Jung und Alt" passt. Sei es, dass es sich um ein typisches Altenteil handelt, oder der Wohnraum einer Familie oder dass sich im Innern eine kleine Ausstellung (zum Beispiel zum Thema Spielzeug) befindet.

Kurz bevor wir gehen, üben Finja und ihre Oma auf Stelzen zu laufen. Sieht natürlich viel leichter aus als es ist.

In einem Häuser steht auch ein Bett zum Ausprobieren zur Verfügung. Zwar sind wir nach 7 Stunden Freilichtmuseum entsprechend kaputt, allerdings ist das Bett dann selbst für Finja eigentlich viel zu klein. Waren die Menschen damals wirklich so viel kleiner, oder haben sie sich nur platzsparend zusammengerollt?







Auch wenn wir die Mühle nicht besichtigen konnten, ein bisschen Mehl mahlen war dann doch noch möglich, denn direkt bei der Mühle gab es einen kleinen Mahlstein und Körner, so dass man ein paar Milligramm Mehl herstellen konnte.


Wer mag bekommt hier an der Mühle auch frisches Brot und selbstgebackenen Kuchen.

Für uns ist es jetzt allerdings Zeit, den Heimweg anzutreten. Wir geben den Bollerwagen zurück und machen noch einen kurzen Trödelrundgang durch den Museumsladen.

Wie hatten einen sehr schönen Tag im Freilichtmuseum Molfsee und vor allem der Ausflug mit drei Generationen hat diesen Tag wohl für alle bereichert. Die Anlage ist wunderschön und idyllisch angelegt, die Wege sind nicht zu weit auseinander, so dass man auf dem Rundweg immer wieder viel zu sehen hat. Auch die Einteilung in die einzelnen Regionen hat uns sehr gut gefallen.

Nicht so gut gefallen hat mir persönlich, dass es zu wenig Mitmachaktionen für Kinder gab. Hier und da mal etwas zum Ausprobieren wie die Stelzen, die Wasserträger-Eimer oder das Bett, das hätte ich mir an mehreren Stellen gewünscht, um das Museum für Kinder lebendiger, spannender und "begreifbarer" zu machen.

Weiterhin ist uns aufgefallen, dass auf dem Lageplan zwar alle Häuser numeriert sind, allerdings in der Legende nur ein Bruchteil der Häuser aufgeführt ist. Hier hätte ich mir eine vollständige Auflistung der Nummern gewünscht.

Und, wie schon erwähnt, fehlten uns oft Erklärungen zu einzelnen Gegenständen und Maschinen, so dass wir auf die Fragen unserer Kinder "Was ist das? Wofür hat man es benutzt?" leider viel zu oft mit einem ratlosen Schulterzucken antworten mussten. Das finde ich dann sehr schade.

Positiv ist uns aufgefallen, dass es mehrere Möglichkeiten zur Einkehr gibt, auch sanitäre Anlagen sind ausreichend vorhanden.

Die Mitarbeiter sind freundlich und hilfsbereit, besonders der nette Herr an der Mühle macht seine Arbeit mit sehr viel Engagement. Aber auch die anderen Mitarbeiter, mit denen wir im Laufe dieses Tages Kontakt hatten, waren ausgesprochen freundlich und kontaktfreudig. Am Jahrmarkt, in den Werkstätten, man spürte, dass hier Jeder gerne zu arbeiten scheint. Kein Wunder, wenn man einen der schönsten Jobs der Welt hat (s.o.) ;-)

Den Eintrittspreis finde ich besonders für Familien günstig. In dem Preis inbegriffen ist die Fahrt mit der Museumsbahn, die von der Meierei aus zurück zum Eingang fährt. Sie hat sogar einen kleinen Anhänger, in dem Kinderwagen oder Bollerwagen ebenfalls mitgenommen werden können (sehr gut mitgedacht!). Außerdem sind die Jahrmarkt-Attraktionen im Preis inbegriffen, so dass die Kinder hier so oft fahren können, wie sie mögen. 

Das Freilichtmuseum ist ein tolles Ausflugsziel, für jedes Alter! Am besten ist man gleich morgens da, denn es gibt sehr viel zu entdecken! Finja und Torben waren sich einig, dass das ein toller Tag war.

Adresse:

in der Stiftung
Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf
Hamburger Landstraße 97
24113 Molfsee

Öffnungszeiten 2014: 

bis 31.10.2014: täglich von 09:00 - 18:00 Uhr - letzter Einlaß um 17:00 Uhr
01.11.2014 - 29.03.2015: nur an Sonntagen von 10:00 - 16:00 Uhr (reduzierter Eintrittspreis weil nicht alle Häuser geöffnet sind)

Eintrittspreise:

Kinder bis 6 Jahren: frei
Schüler: 2,00 €
Ermäßigte Karte: 5,00 €
Erwachsene: 8,00 €
Familienkarte: 17,00 €

Mittwoch, 11. Juni 2014

[Family on Tour] Erlebsniswald Trappenkamp


Pfingsten, endlich mal ein paar freie Tage zusammen. In letzter Zeit sind diese bei uns beruflich bedingt besonders rar, um so mehr haben wir die gemeinsame Zeit genossen. Unser Ziel an diesem Pfingstsamstag war der Erlebniswald in Trappenkamp. Das stand schon lange auf unserer Liste und da das Wetter an diesem Tag einfach grandios war, packten wir Kühlbox und Picknicktasche und machten uns auf den Weg dorthin.

Wir waren bereits um 9 Uhr zur Parköffnung dort, damit wir auf jeden Fall noch einen Bollerwagen mieten konnten. Wir haben für den ganzen Tag 10,- € Miete dafür bezahlt (man kann auch einen halben Tag mieten, dann ist es etwas günstiger).

Los geht es also mit dem vollgepackten Bollerwagen hinein in den noch menschenleeren Park.

Gleich hinter dem Eingang kommen wir zunächst auf den riesigen Spielplatz. Da ich im Internet gelesen hatte, dass es hier auch einen großen Wasserspielplatz geben soll, hatten wir auch Handtücher und Wechselsachen im Gepäck. Allerdings war der Wasserspielplatz dann doch eher eine Enttäuschung, da nur sehr wenig Wasser aus den Pumpen kam. Das Interesse der Kinder am Wasser ließ also sehr schnell wieder nach und sie erklommen stattdessen eines der vielen Klettergerüste.



Die Spielanlage selbst hat uns sehr gut gefallen: viele verschiedene Spielmöglichkeiten und alles sehr natürlich gehalten mit viel Holz! Sogar eine Rutsche hinab ins Erdloch gab es dort.


Nachdem die Beiden genug geklettert, balanciert und gehangelt hatten, machten wir uns auf den Weg Richtung Falknerei, hier sollte um 11 Uhr die erste von zwei Vorführungen an diesem Tag starten. Da bis dahin noch etwas Zeit war, haben die Kinder den großen Aussichtstum beklettert um anschließend über die langen Rutschen wieder auf den Boden zurück zu kommen.


Gleich nebenan befindet sich das "Fort Trappankamp", in dem man herrlich verstecken spielen kann, oder den großen Sandinnenhof für Radschlagen und Handstände nutzen kann. Und so verging die Zeit, bis die Falknerei ihre Türen öffnete doch sehr schnell.


Bevor die Show losgeht, haben die Besucher Gelegenheit, sich die Tiere aus nächster Nähe anzusehen. Ich finde diese großen Vögel ja immer wieder total beeindruckend. Besonders die Eulen zählen zu meinen Lieblingstieren. Sie machen immer einen so erhabenen Eindruck ;-)

Die Show selbst war einfach grandios! Der Falkner ließ die Vögel direkt über unseren Köpfen wegfliegen und mehr als einmal streifte uns der Flügel eines Adlers oder Falken.

Die kleine Schleiereule durfte Finja sogar auf ihrem Arm landen lassen. Sie bekam von dem Falkner einen großen Handschuh und etwas Futter in die Hand, das die Eule anlocken sollte. Sogleich landete der Vogel auf ihrer Hand! Eine tolle Erfahrung für sie. Toll, wie das Publikum einbezogen wird. Ein Mann aus der Zuschauermenge durfte sogar einen Weißkopfadler auf seinem Arm landen lassen. Respekt, das hätte ich mich nicht getraut.




Nach all der Aufregung in der Falknerei wollten wir nun aber den Rundgang durch den Wald machen. Ausgeschildert sind ein kurzer (Ameise) und ein langer (Specht) Weg. Wir entscheiden uns für den langen Rundgang durch den Wald.

Als erstes kommen wir am Schmetterlingsgarten vorbei. Eine wunderschöne Anlage ganz im Zeichen der flatternden Insekten. Blumen, die Schmetterlinge anlocken, aber auch ein Metamorphose-Pfad und ein kleiner Duftgarten, an dem wir uns gar nicht sattriechen konnten gehören dazu. In einer kleinen romantischen Gartenhütte, erfahren wir jede Menge über die Schmetterlinge. Draußen auf der Bank lassen wir uns einen Moment nieder, um diese ruhige Atmosphäre in diesem Traumgarten auf uns wirken zu lassen. Nur schwer können wir uns hier losreißen, um dem Waldweg weiter zu folgen. Aber die Aussicht auf etwas kühlenden Schatten an diesem heißen Tag motiviert uns dann doch!




Im Wald schlagen wir dann den Waldgeheimnispfad ein. Das Geheimnis hinter diesem Pfad konnten wir dann allerdings nicht lüften. Zwar war der Weg sehr schön verwachsen und verwunschen, aber unterschied sich nicht wirklich von jedem anderen Waldweg. Wir müssen also noch mal wieder kommen, um das Geheimnis zu ergründen, scheint mir.
Ginko-Baum
Anders war es auf dem Bodenlehrpfad, hier gab es allerhand Stationen, an denen die Vorgänge im Boden praktisch gezeigt und ausprobiert werden konnten - wie beispielsweise diese Siebstation, an der man die Bodenbeschaffenheit und die Zusammensetzung der einzelnen Schichten durch unterschiedlich große Siebe näher kennen lernen konnte.


Auch an dieser Quizwand lernen Kinder spielerisch den Waldboden kennen.

Leider ist der Weg sehr verwachsen, so dass der Bollerwagen hier nicht durchgezogen werden kann. Kevin musste also den direkten Weg laufen und den kleinen Schwenker zum Bodenlehrpfad leider auslassen. Am Ende des Weges wartet er allerdings schon auf uns.

Wir sind nun schon einige Stunden hier und so langsam macht sich unser Magen bemerkbar. Keiner hätte nun etwas gegen eine kleine Pause mit Picknick. Leider gibt es im Wald keine Bänke oder Sitzgelegenheiten, was wir wirklich schade finden. Erst als wir aus dem Wald wieder raus sind, finden wir eine kleine Sitzgruppe am Wegesrand. So viele Sitzmöglichkeiten es auch in Spielplatznähe gibt, hier im Wald sind sie eindeutig Mangelware!

Nach dem Picknick wollen wir den Weg zurück zum Spielplatz gehen, zwischendrin allerdings noch einen kleinen Abstecher in den Wichtelwald machen. Doch die Karte, die wir am Eingang bekommen haben, stellt uns vor ein Rätsel. "Wo sind wir jetzt eigentlich?" "Na hier, an dieser Kreuzung!" "Niemals, so weit sind wir noch nicht, wir sind höchstens an dieser Kreuzung hier!" Obwohl wir sonst beide eine gute Orientierung haben scheitern wir irgendwie an dieser Zeichnung. Es kommt wie es kommen musste, der Wichtelwald, den wir vor uns vermuteten, haben wir schon eine ganze Weile hinter uns gelassen. Ein Schild haben wir unterwegs leider auch nicht gesehen und so mussten den Besuch bei den Wichteln auf das nächste Mal verschieben.

Dann waren wir auch schon zurück am Kletterturm, den die Kinder schon die ganze Zeit hinauf klettern wollen. Leider war der Turm gesperrt, kein Mitarbeiter vor Ort, so dass die Klettertour leider ausfallen musste. Nächstes Mal werde ich gleich am Eingang nach den Zeiten fragen.

Jetzt wollen die Kinder natürlich noch eine Runde auf dem Spielplatz toben. Mir ist es ganz recht und so machen wir es uns auf einer der vielen Bänke gemütlich. Viele Familien sind hier und planen gleich den ganzen Tag ein. Unten am Weg fährt eine Familien mit einem der Riesenbollerwagen, die man an der Kasse zum Be- und Entladen ausleihen kann, eine Ladung Gartenstühle zu einer der Grillhütten. Neben uns schlägt eine junge Mutter gerade den Sonnenschirm auf und breitet eine große Decke auf. Offensichtlich wird sie den Rest des Tages mit ihrem Kleinkind hier auf dem Spielplatz verbringen. Genauso wie viele andere, die mit Sack und Pack hier eingetrudelt sind, während wir im Wald waren. Von der morgendlichen Ruhe und Leere ist nichts übrig geblieben, Kinder wohin man schaut machen jetzt den Spielplatz unsicher.

Im Waldhaus muss sich Finja unbedingt noch ein Souvenir mitnehmen: Eine kleine Fledermaus, die seitdem an ihren Gürtelschlaufen baumelt. In ein paar Tagen beginnt ihre Projektwoche an der Schule und da sie das Thema Fledermäuse gewählt hat, fühlt sie sich mit "Fred Flurry" nun optimal darauf vorbereitet...


Bevor wir nun am späten Nachmittag den Weg nach Hause einschlagen, machen wir noch kurz Station an der Ziegenwiese. Schließlich hatten wir heute morgen extra Ziegenfutter an der Kasse gekauft. Da die Tüte doch sehr voll ist, bietet Finja den anderen Kindern am Zaun kurzerhand an, ihr Futter mit zu verfüttern und so leerte sich die Tüte dann doch noch recht fix. Kinder glücklich - Ziegen glücklich - Eltern geschafft - jetzt ist es aber wirklich Zeit für den Heimweg.


Fazit: 

Der Erlebniswald Trappenkamp ist ein tolles Familienausflugsziel! Ob mit den eigenen Kindern, mit Enkeln oder einer ganzen Geburtstagsgruppe, die Kinder sind auf jeden Fall den ganzen Tag damit beschäftigt sich an den vielen Spielmöglichkeiten auszutoben. Wer es etwas ruhiger mag, dreht eine Runde durch den Wald. Hier allerdings fehlten uns wirklich ein paar Rastmöglichkeiten!

Eis, Kaffe und andere Leckereien gibt es im Kiosk/Restaurant, für frisches Wasser ist dank der Hella Quelle gesorgt, an der  man sich kostenlos bedienen kann. Also Picknickdecke, Sonnenschirm und Kühlbox eingepackt und raus in die Natur zu Wildschweinen, Schmetterlingen und Ziegen, zu Adlern und Eulen und zu einem großen Abenteuerspielplatz!

Adresse: 

ErlebnisWald Trappenkamp
Tannenhof
24635 Daldorf
Tel.: 04328/170480

Öffnungszeiten: 

täglich von 9:00 - 18:00 Uhr (verkürzte Öffnungszeiten in den Wintermonaten)

Eintrittspreise:

Erwachsene: 5,00 €
Kinder: 4,00 €
Familien ( 2 Erwachsene + eigene Kinder bis 15 Jahre): 15,00 €

Weitere Preise, wie Miete für die Grillhütten, Geburtstage oder Jahreskarten können auf der Homepage nachgelesen werden.