Sonntag, 24. August 2014

[Scotland] Tartan Weaving Mill

Ein kleiner Tipp für alle Edinburgh-Castle-Besucher ist die Tartan Weaving Mill. Sie liegt direkt am Fuße der Burg und wirkt von außen recht unscheinbar. Doch der Eindruck täuscht, denn dahinter verbergen sie riesige Hallen.

Die Tartan Weaving Mill ist in erster Linie ein Geschäft, in dem man Schottenröcke und andere Bekleidung kaufen kann. Aber nicht nur das, es ist auch gleichzeitig ein Museum, in dem gezeigt wird, wie die berühmten Schotten-Stoffe hergestellt werden.

Über einen kleinen Rundweg kann man den Weg des Stoffes in der Herstellung verfolgen. Ursprünglich waren die Muster einzelnen Familien zugeordnet, so dass man schon an der Kleidung erkennen konnte, zu welchem Clan jemand gehört. Heute werden es wohl eher Modetrends sein, die den Ausschlag für das Desihn geben.


Teilweise laufen die Maschinen noch und es sind Mitarbeiter dabei, sie zu bedienen. Manchmal sind die einzelnen Arbeitsschritte mit Figuren dargestellt. Im Untergeschoss gibt es eine laufende Produktion.


Natürlich wird man auf diesem Rundweg auch einmal quer durch das Geschäft gelotst, in der Hoffnung, dass doch das ein oder andere Teil im Einkaufskorb landet. Allerdings sind die Preise hier so hoch, dass es schon gar keinen Spaß mehr macht, sich überhaupt genauer umzuschauen. Zu gerne hätten Finja und ich einen Schottenrock mitgenommen! Ich beschließe, selbst einen zu nähen, wenn wir wieder zu Hause sind!


Tartan Weaving Mill zu besuchen lohnt sich auf jeden Fall, wenn man gerade beim Edinburgh Castle ist. Wer hochwertige Mitbringsel für zu Hause sucht, ist hier ebenfalls richitg.

Tartan Weaving Mill at a glance
  • Nicht vor, sondern nach der Castle-Besichtigung einplanen, damit man - sollte man etwas gekauft haben - nicht mit den Taschen auf die Burg muss
  • Ein Foto in Schottentracht gefällig? Kein Problem, hier gibt es eine Fotografin, die das erledigt. 
  • Fotos nach der Anprobe sind untersagt
  • für den Rundgang sollte man ca. 30 Minuten einplanen, wer noch im Geschäft bummeln möchte entsprechend mehr
  • Es gibt Tüten mit Stoffresten zu kaufen, allerdings kostet eine kleine Tüte £ 10.00
Adresse: 

555 Castlehill | Royal Mile, Edinburgh EH1 2NE

Öffnungszeiten: 

täglich von 09:00 Uhr - 17:30 Uhr

Eintrittspreise:

Der Eintritt ist frei

Freitag, 22. August 2014

[Scotland] Edinburgh Castle

Weiter geht es in Schottland. Nach unserem Besuch im Parlament wollen wir eigentlich zum Castle laufen, doch wir torpedieren unsere eigenen Pläne und fahren die Hälfte der Royal Mile mit dem Bus, statt zu laufen. Es ist einfach zu heiß an diesem Tag!

Finja und ich sitzen etwa zwei Bänke vor Kevin und Torben im Bus, ich achte nicht weiter auf die anderen Fahrgäste und unterhalte mich mit Finja über unsere Tour durch das Parlament. Plötzlich spricht uns eine alte Dame von der benachbarten Sitzbank an und fragt mich auf Deutsch: "Wissen Sie, was eine Lümmeltüte ist?" Ich drehe mich um und sehe eine Frau von etwa 80 Jahren dort sitzen. Sie trägt einen bunten Rock und eine nicht minder bunte Bluse dazu. Trotz ihres hohen Alters wirkt sie ein bisschen wie ein Paradiesvogel. Sie lächelt mich an. Zuerst konnte ich diese Frage nicht einordnen, aber sie sieht doch normaler und freundlicher aus, als diese ungewöhnliche Kontaktaufnahme vermuten lässt. "Ja, das weiß ich", antworte ich grinsend, woraufhin sie sich zu Kevin umdreht und ihm die gleiche Frage stellt. "Natürlich weiß ich das", antwortet auch er und ich sehe ihm an, dass auch er nicht weiß, was er von diesem Gespräch halten soll.

Wir kommen mit der alten Dame ins Gespräch, die vor 40 Jahren von Deutschland nach Edinburgh gezogen ist. "Wenn ich mit meiner Freundin telefoniere, dann merke ich immer wieder, wie mir die Worte dieser Sprache fehlen. Es kommen ständig so viele neue Wörter hinzu, da kann man nicht mithalten, wenn man nicht "mittendrin" ist." Sie nutzt daher jede Gelegenheit um deutsch zu sprechen. Wir unterhalten uns noch eine ganze Weile miteinander, sie gibt uns Tipps, wo wir hingehen können und erzählt etwas von ihrem Leben dort. Wir fahren zwei Haltestellen weiter als geplant, aber sie ist so nett, dass wir einfach vergessen, auszusteigen.

So müssen wir etwas zurücklaufen, bis wir wieder auf der Royal Mile sind, aber das ist nicht weiter schlimm, denn unterwegs decken wir uns mit Sandwiches und Getränken ein und Finja findet in einem Gift-Shop einen Dudelsack, der nun unser bereits an die Grenzen der Belastbarkeit angelangtes Auto vor eine weitere Bewährungsprobe stellen soll.

Nach einer kleinen Mittagspause auf den Treppen der St Gilles Cathedral laufen wir die Royal Mile hinauf zum Schloss. Auf dem Weg dorthin bleiben wir immer wieder stehen, um den Strassenkünstlern zuzuschauen, die in tollen Kostümen und mit musikalischen Darbietungen auf die ein oder andere lockere Münze der Touristen hoffen, die wie wir auf dem Weg zum Castle sind.

Finja trifft so wenigstens ihren "echten" Schotten mit Schottenrock, auf den sie sich schon Wochen vorher zu Hause gefreut hat. "Ich möchte unbedingt ein Bild mit einem echten Schotten, wenn wir in Schottland sind", liegt sie mir in den Ohren. 

Um so glücklicher war ich, dass wir diesen Wunsch gleich am zweiten Tag hier erfüllen konnten, nicht auszudenken, wenn wir die Gelegenheit verpasst hätten. So konnten wir nach einer kleinen Spende auf das Wohlwollen des Strassenmusikers hoffen und das Kind war seelig ;-)

Es ist gerade eine größere Veranstaltung geplant, denn vor dem Schloss ist eine größe Tribühne und Bühne aufgebaut. Auf dem Rückweg sollten wir eine kleine Kostprobe davon bekommen, was die Besucher an dieser Stelle erwarten wird.

Oben auf der Burg angekommen können wir direkt zum Eingang durchgehen und sparen uns das Anstehen an der Kasse. Beim Anblick der Menschenmassen dort bin ich auch sehr froh darüber.

Direkt nach dem Eingang ist ein Info-Point für Besucher eingerichtet. Hier gibt es auch Guidebooks und Audioguides. Wir entschließen uns dazu, die Burg auf eigene Faust zu erkunden und verzichten dieses Mal auf die Audio-Guides und nehmen lediglich das Buch mit.

Allein von Außen verschlägt es mir schon den Atem. Wir betreten hier Gemäuer, die fast 3000 Jahre Geschichte in sich tragen. Unzählige Menschen sind schon lange vor uns dieses Burgtor mit seinem Fallgitter durchgelaufen: Soldaten, Könige und Königinnen, Prinzen und Prinzessinen, Eindringlinge, Piraten, unzählige Besucher aus aller Welt... Welche Schicksale diese Burg wohl gesehen hat? Der Hauch von Geschichte weht uns um die Nase und macht neugierig auf das, was es hinter den Mauern von einem der wichtigsten Wahrzeichen Schottlands zu entdecken gibt. In unserem Reiseführer lese ich, dass es an dieser Stelle früher einmal ein Guckloch gab, mit dem der König seine Höflinge beobachten und belauschen konnte. Erst 1984, beim Staatsbesuch von Michael Gorbadschow wurde das Loch auf Anweisung des KGB zugemauert. Wir können die Burg also heute unbeobachtet betreten, zumindst, wenn man sich einen kurzen Moment einbildet, dass man in Großbritannien nicht auf Schritt und Tritt gefilmt wird.

Zuerst geht es 70 Stufen hinauf (wir haben die Kinder nachzählen lassen - hihi). Oben angekommen werden wir auch direkt entlohnt mit einem traumhaften Blick über Einburgh! Bis zu den vorgelagerten Inseln Middle Craigs und Eastern Craigs kann man sehen (zumindest glaube ich, dass es diese beiden Inseln sind)! Nur leider - auf dem Foto immer nur halb so beeindruckend wie in echt. Aber ich kann Euch versichern, dass der Anblick wirklich atemberaubend ist:



Nebenbei bemerkt: Wir haben an diesem Tag unseren 16. Hochzeitstag, daher gibt es auch mal ein Foto von meinem Mann und mir, meine Tochter fand, das müsse einfach sein (ist ja eher selten, dass ich die Kamera mal aus der Hand gebe...):


Hier gibt es das Guidebook glücklicherweise in Deutsch, das macht den Rundgang etwas leichter, weil ich nicht übersetzen muss. Da wir ohne Audioguides unterwegs sind, steckt meine Nase im Buch um meiner Familie auf dieses und jenes Wissenswerte aufmerksam zu machen. Mein Sohn rollt zwar dabei immer mit den Augen und meint: "Mamaaaaaaaa, musst du eigentlich immer klugscheißen?!", hört dann aber doch gespannt zu. Insbesondere die Kanonen haben es ihm natürlich angetan. Finja interessiert sich mehr für die Räume im Innern, denn sie hat mitbekommen, dass es dort Kronjuwelen gibt und kann es gar nicht erwarten, sie zu sehen.

Wir starten unseren Rundgang (eigentlich ist es mehr ein Kreuzundquergang). Schauen mal hier und mal dort und passend dazu lese ich aus dem Buch vor. Schade, dass man sich das nicht alles merken kann. 




Das Einhorn, auf dem Finja hier sitzt ist Wappenträger des königlichen schottischen Wappens und bewacht zusammen mit einem Löwen (Bild weiter unten), den Eingang zur Schottischen Nationalen Kriegergedenkstätte. Hier schauen wir aber nur kurz, der Palast auf der anderen Seite des Kronplatzes macht uns neugierig, denn hier sollen auch die schottischen Kronjuwelen liegen. In diesem Gebäude hat Maria Stuart ihren Sohn Jakob I. zur Welt gebracht, den späteren König.


Den Gang zu den Kronjuweligen laufen wir promt falsch hoch, so dass wir das Beste fast verpassen. Aber zum Glück gibt es überall Mitarbeiter, die verlorene "Wir-brauchen-weder-Audio-Guide-noch-Führung"-Besucher wieder auf den richtigen Weg bringen. Und das hat sich wirklich gelohnt, denn auf dem Weg zu den Kronjuwelen begegnen wir Königin Viktoria und anderen wichtigen Stationen, der schottischen Geschichte. Glücklicherweise leben wir 2014 und nicht 1819, als die Menschen noch 1 Schilling (umgerechnet 12,- €) bezahlen mussten, nur um die Kronjuwelen zu sehen. Euch muss ich sie leider vorenthalten, denn natürlich ist es in dem Raum strikt verboten zu fotografieren.




Besonders spannend fand ich das Gefängnis im Queen Ann Gebäude (die Kinder übrigens auch!). Hier sah es fast noch genau so aus, wie an dem Tag, als der letzte Gefangene die Räume verlassen hat. Etwas beklemmend. Wenn man reinkommt, läuft ein Tonband, auf dem das Stimmengewirr der Gefangenen zu hören ist. Die Wäsche hängt noch an der Leine und die persönlichen Habseeligkeiten der Bewohner liegen noch dort, wo sie scheinbar zurückgelassen wurden. Im Schlafsaal gibt es unzählige Hängematten auf der einen Ebene, darunter Matratzen, eine neben der anderen, so dass es keinerlei Privatsphäre gibt. Das wäre für mich das allerschlimmste. Auch die hygienischen Bedingungen waren mehr als desolat! 1720 sollen in diesem Gewölbekeller 21 Piraten aus der Karibik gefangen gewesen sein. Auf einem Tisch am Ende des Raumes liegen Spielkarten auf dem Tisch, was fast ein bisschen grotesk wirkt angesichts der Bedingungen hier. Aber irgendwie musste man sich wohl beschäftigen.



Im benachbarten Militärgefängnis gibt es zumindest Zellen, so wie man sie sich in einem Gefängnis vorstellt.



Wir lassen uns nach all den Eindrücken erst mal ein Eis schmecken. Ein nicht ganz günstiges Vergnügen hier auf der Burg, aber das Ambiente und das Wetter machen das auf jeden Fall wieder wett. Das Schottische Kriegsmuseum (auf dem unteren Bild links) lassen wir aus, nach Kriegsgeschichte ist uns an diesem Tag nicht, in den anderen Räumen der Burg haben wir schon einen Eindruck gewinnen können, das ist uns genug. Insgesamt ist das Thema "Krieg" hier allgegenwärtig, kein Wunder bei einer Burg in der Kriege und Angriffe fast zu jeder Zeit an der Tagesordnung standen. Wir genießen lieber noch ein wenig die schöne Aussicht und die beachtlichen Gebäude hier auf der Burg.






Nachdem wir nun den ganzen Nachmittag auf der Burg verbracht haben, machen wir uns nun auf zu unserem Abendessen, das wir an diesem Tag im Café Centro gebucht haben. Torben hat mich dabei in einem typischen Moment fotografiert: Mit einer Karte in der Hand. So habe ich wohl die Hälfte des ganzen Urlaubs ausgesehen ;-) Doch vorher muss noch ein kleiner Abstecher sein. Wohin, das könnt ihr schon bald hier lesen!

Adresse:

Castlehill, Edinburgh EH1 2NG

Öffnungszeiten:

Sommer (01.04.-30.09.): von 09:30 Uhr bis 18:00 Uhr
Winter (01.10.-31.03.): von 09:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Eintrittspreise:

Erwachsene:  £16.00
Kinder: £9.60
Ermäßigt: £12.80

Edinburgh Castle at a glance: 
  • Den Besuch so einrichten, dass man um 13:00 Uhr auf der Burg ist, dann wird die Ein-Uhr-Kanone abgeschossen
  • Fernglas für die Aussicht auf Edinburgh einpacken
  • Proviant mitnehmen, die Preise vor Ort sind alles andere als familienfreundlich
  • Wer noch mehr historische Burgen und Stätten in Schottland besuchen möchte, für den kann sich der Explorer Pass lohnen. Damit bekommt man an 3 bzw. 7 Tage freien Eintritt in Museen und Burgen. Der Vorteil: Man kann den Pass bereits zu Hause kaufen und braucht in Schottland dann nicht an den langen Kassenschlangen warten. Weitere Infos dazu gibt es hier: Historic Scotland

Mittwoch, 20. August 2014

[Family on Tour] Hinter den Kulissen bei Radio Bielefeld


Mein nächster Schottland-Bericht muss noch einen Moment warten, denn ich muss euch unbedingt von unserem Besuch bei Radio Bielefeld erzählen!

Ein Blick hinter die Kulissen ist immer eine spannende Sache, deshalb habe ich mich sehr gefreut, als wir die Möglichkeit hatten, uns Radio Bielefeld einmal von der anderen Seite des Radios aus anzusehen. Ortsbedingt hören wir den Sender zwar nur selten, aber als ich noch in Bielefeld gearbeitet habe, war ich ein treuer Stammhörer, das zählt doch hoffentlich auch ;-)

Radio Bielefeld hat seinen Sitz in der Bielefelder Altstadt, etwas versteckt und unscheinbar in einer kleinen Gasse findet man die Eingangstür. Wir werden freundlich empfangen und sind schon sehr gespannt, was uns erwarten wird. Durch ein Großraumbüro, in dem an diesem Samstag-Morgen niemand arbeitet, gelangen wir in einen kleinen Konferenraum. Ein Mitarbeiter erzählt uns einiges zu Radio Bielefeld und beantwortet geduldig unsere Fragen.


Hier die interessantesten Fakten im Schnelldurchlauf:

  • Mitarbeiter: 12 feste Redakteure und Moderatorn, 10 freie Mitarbeiter, 2 Praktikanten und 3 Medienberater
  • gegründet 1991
  • Besitzverhältnisse: 75% Verlage, 25% Kommune
  • 90% aller Bielefelder haben Radio Bielefeld schon einmal gehört
  • 43% der Bielefelder hörten Radio Bielefeld am vorherigen Tag
  • Die Mitarbeiter verbrauchen 10 l Kaffee täglich ;-)
Der Radiosender gehört zu einer Gruppe von Lokalsendern in NRW, die teilweise ein Mantelprogramm senden, beispielsweise nachts. Ansonsten steht natürlich die Lokalität im Vordergrund. Nachrichten und Meldungen, sowie Wetter sind auf Bielefeld abgestimmt. Aber auch "vor Ort" ist man aktiv, auf großen Veranstaltungen oder bei eigens ins Leben gerufenen Aktionen, wie der Minigolfmeisterschaft.

Jetzt sind alleneugierig darauf, etwas zu sehen und als erstes dürfen wir im Tonstudio sehen, wie Beiträge geschnitten und zusammengemischt werden.

Dann heißt es "Ruhe, wir sind on Air!", denn wir betreten das Sendestudio. Es läuft gerade eine Lokalsendung und noch spielt Musik. Dann jedoch wird es still, weil der Moderator ein Gewinnspiel ankündigt. Alle halten die Luft an. Sekunden später ist die Lampe schon wieder aus, und alle atmen erleichtert aus.




Der kleine Einblick in die Welt des Radios hat uns super gefallen, es war sehr interessant und aufschlussreich. Bestimmt werde ich Radio nun mit etwas anderen Ohren hören!

Montag, 18. August 2014

[Scotland] Zu Gast im Schottischen Parlament

Unser nächster Tag startet ungewöhnlich politisch, denn wir sind zu Besuch im schottischen Parlament. Bereits zu Hause hatte ich gelesen, dass hier täglich mehrere Führungen angeboten werden, mit denen man einen kleinen Eindruck in die Architektur des 2004 fertig gestellten Gebäudes bekommt und zudem etwas über die Arbeit der Parlamentarier erfährt. Die Führungen dauern eine Stunde und man muss sich vorab dafür anmelden, was ich ein paar Wochen vor unserer Anreise gemacht habe.

Das schottische Parlament liegt direkt am Fuße von Arther's Seat und gegenüber von den Palace of Holyroodhouse (dem Wohnsitz der Queen, wenn sie in Einburgh zu Besuch ist) und der Queens Galary. Beides müssen wir aus Zeitmangel leider ausfallen lassen. Da wir noch Zeit haben, bis unsere Tour losgeht, können wir aber wenigstens einen kleinen Blick von Außen auf den Palast erhaschen und einen kurzen Bummel durch den Gift-Shop machen.


Bevor wir das Parlament betreten, müssen wir die Sicherheitszone durchqueren, ähnlich wie beim Flughafen, unsere Taschen werden durchleuchtet und wir werden abgetastet.


Die Dame am Schalter findet unsere Buchung sehr schnell und gibt uns schon mal die deutschen Audioguides. Besonders für die Kinder ist es angenehm, die Tour in Deutsch hören zu können, und für uns natürlich ebenso, weil die Übersetzungen entfallen.

Bis es losgeht haben wir noch etwas Zeit, um unsere Taschen wegzuschließen und durch die Ausstellung zu Bummeln. 


Dann geht es endlich los und wir machen uns auf eine spannende Tour durch das Parlament. Unsere Tourführerin erzählt uns sehr viel zu der Architektur des Gebäudes.  Enric Miralles hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Besonders schön ist die sogenannte Garten-Lobby, deren Decke wie ein großes Blätter-Dach wirkt. Durch die durchgängige Fensterwand schaut man in einen kleinen Garten. Ich glaube, hier zu arbeiten stelle ich mir einfach toll vor! Das Dach wirkt von Außen wie ein umgedrehtes Schiff.

Weiter geht es zu dem Plenarsaal, der an diesem Morgen jedoch gänzlich verwaist wirkt und in die Konferenz-Räume. Nebenbei erfahren wir viel über die Arbeit des Parlaments. Mir war zum Beispiel gar nicht klar, dass Schottland erst seit 2000 überhaupt ein eigenes Parlament hat.


Das schottische Parlament - eine Tour die sich unbedingt lohnt. Hier sieht man mal eine andere Seite von Edinburgh - die politische und erfährt nebenbei viel über geschichtliche und politische Hintergründe des Landes. Die Tour ist für kleinere Kinder aber eher nicht zu empfehlen. Torben hat es sehr interessiert, Finja hat Vieles noch nicht richtig zuordnen können. Also ich danke, ab 10-12 kann man hier mit Kindern eine tolle Stunde verbringen, je nach Interessenlage des Kindes versteht sich.

Im Anschluss an die Tour lassen wir uns im angeschlossenen Café kalte Getränke schmecken, bevor wir wieder aufbrechen, um weitere Highlights der Stadt zu entdecken. Edinburgh Castle ist unser nächstes Ziel. Spontan entscheiden wir uns, die Royal Mile hochzulaufen. Wieder draußen erschlägt uns jedoch die Wärme etwas, und so fahren wir die Hälfte der Strecke und laufen nur die andere Hälfte. Warum das eine gute Entscheidung war, könnt ihr als nächstes an dieser Stelle lesen...

Adresse: 

City of Edinburgh EH99 1SP

Öffnungszeiten: 

Mo, Fr, Sa und an Feiertagen: 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
Di, Mi, Do: 09:00 Uhr - 18:30 Uhr
Die Öffnungszeiten können je nach Arbeitsperioden des Parlaments variieren. 

Infos zu den einzelnen Führungen gibt es [hier]

Samstag, 16. August 2014

[Scotland] Harry Potter Walking Tour in Edinburgh

Ursprünglich war ich auf der Suche nach Schauplätzen der Harry Potter Filme, denn ich meine gehört/gelesen zu haben, dass ein Teil der Szenen in Schottland gedreht wurden.

Doch dann fand ich etwas anderes, nicht minder spannendes: Harry Potter Walking Tours durch Edinburgh. Hier hat J. K. Rowling einen Großteil ihrer Bücher geschrieben und dementsprechend sind in der Stadt überall Orte, die mit ihr in Verbindung gebacht werden.

Die Touren finden Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag jeweils um 17:00 Uhr statt. Treffpunkt ist vor Greyfriars Bobby’s Bar. Es gibt Sonderführungen, die genauen Termine kann man auf der Homepage von The Potter Trail nachlesen. 

Wir hatten etwas Pech, denn an diesem Mittwoch regnete es, als die Tour beginnen sollte. Während wir noch überlegten, im benachbarten Shop schnell einen Regenschirm zu kaufen, oder zumindest einen Regenschutz, traf unser Tourguide gut gelaunt an der verabredeten Stelle ein. Er trug einen schwarzen Umhang, einen Zaubererhut und natürlich auch einen Zauberstab in der Hand und eine Brille auf der Nase. Ich musste schmunzeln, denn er machte schon eine skuriele Figur. 

Er zog einen kleinen Beutel unter dem Umhang hervor und verteilte kleine Zauberstäbe an die Kinder der Gruppe. Erste Zauberamtshandlung: Das Wetter sonnig zaubern! Mit großer Ernsthaftigkeit schwang er den Zauberstab, die Kinder sollten es ihm gleichtun und so war unsere Gruppe wenige Sekunden später wahrscheinlich ein sehr seltsamer Anblick: Ein Zauberer und etwa 8 Kinder schwingen ihre Zauberstäbe zum Himmel und rufen laut einen Zauberspruch dazu. Geholfen hat es allerdings nicht, noch immer plätscherten die Regentropfen auf uns herab. 

Unser Rundgang beginnt auf dem Geyfriars Friedhof. Zugegeben, mit einem Friedhof hatte ich nicht gerechet, wie viel dieser Friedhof mit Harry Potter zu tun hatte, sollten wir jedoch schnell erfahren.

Vor einer Wand mit Grabplatten bleiben wir stehen. Unser Zauberer redet wie ein Wasserfall und obwohl ich Englisch eigentlich sehr gut verstehe, musste ich mich hier ganz schön konzentrieren um mitzuhalten. Kevin, der nebenbei für Finja und Torben übersetzen musste, schaute schon nach wenigen Sätzen etwas verzweifelt aus der Wäsche. 

Aber wir kommen dann doch noch mit, irgendwie gewöhnen wir uns an das Tempo. Wir stehen vor dem Grab von William McGonagall, der - wie passend - Dichter und Tragiker war und bereits 1902 verstorben ist. Aber nicht nur McGonagall hatte bereits ein Leben vor Harry Potter, aber bevor wir uns die anderen Gräber ansehen, deutet unserer Zauberführer durch das Eisengitter neben dem wir stehen. Dahinter ist ein großes Gebäude zu sehen, die George Heriots School. Auch hier gibt es vier unterschiedliche Häuser, die J. K. Rowling für iher Bücher adaptiert hat. 

Moodys Grab lassen wir mehr oder weniger links liegen, denn wir sind unterwegs zu dem Grab des dunklen Lords höchstpersönlich. Was Thomas Riddell und sein Sohn wohl dazu sagen würden, dass sie fast 200 Jahre nach ihrem Tod Vorlage für eine der dunkelsten Gestalten der Literatur geworden sind? Ein bisschen makaber ist die ganze Sache schon.




Und daher bin ich nicht so unfroh, als wir den Friedhof wieder verlassen und in der Stadt weiter auf dem Spuren von Harry Potter wandeln. Wir sehen das Café in dem sie geschrieben hat. Mit dem Kinderwagen in der einen und dem Stift in der anderen Hand, so erzählt man sich. 



Als Geburtshaus von Harry Potter gilt jedoch das Elephant House, obwohl, wenn man ehrlich sein will, es erst ein Jahr nach dem Stein der Weisen eröffnet hat. Aber wer wird es schon so genau nehmen wollen?



Vor dem Gerichtsgebäude hat J.K. Rowling ihre Handabdrücke im Boden hinterlassen. Neben ihr weitere literarische Größen. Und nicht nur deshalb machen wir hier Station, sondern auch wegen eines ganz besonderen Richters. Er hat hier am Gericht gearbeitet und Recht gesprochen, allerdings ohne jemals eine entsprechende Lizens dafür bessen zu haben. Ein Blender durch und durch. Kommt euch irgendwie bekannt vor? Kein Wunder, sein Name war Lockhart ;-)



Weiter geht es durch die wunderschöne Altstadt von Edinburgh. Durch kleine Gassen gelangen wir an eine große Treppe, hinunter zur New Town. Wir bleiben jedoch hier oben stehen, denn was wir sehen sollten, kann man auch von hier aus gut erkennen: Das Balmoral Hotel  (links im Bild mit der Turmspitze). Hier hat J. K. Rowling die letzten Seiten des 7. Bandes "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" beendet. Noch heute kann das Zimmer 552 von Harry Potter Fans gemietet werden. Günstige 1000 £ kostet der Spaß, aber was ein echter Fan ist? 



Wir beenden unseren Rundgang an der "Winkelgasse". Sie sehen wirklich malerisch aus, diese kleinen Häuser (auf einer unteren Ebene - wie es scheint!). Ich hätte noch stundenlang so durch Edinburgh laufen können. Die Tour hat richtig viel Spaß gemacht! 

Was für ein toller Einstieg für Edinburgh. Ach so, und der Regen hat natürlich auch gleich wieder aufgehört. Manche Zauber brauchen eben einfach ein bisschen Zeit. Hab ich schon erwähnt, dass unser Tourguide sogar Ampeln grün zaubern konnte?! ;-)




Wir sind durstig und völlig platt von den vielen Eindrücken, also pilgern wir - natürlich!! - ins Elephant House. Hier soll es die größte Vereinigung von Dumbledores Armee geben und die wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen! 

Am Eingang ein Band, wir müssen etwas warten, bis wir einen Tisch bekommen. Aber wir haben Glück, nach etwa 10 Minuten bricht eine Familie auf und wir können uns dorthin setzen. Das Café punktet für mich allein schon durch die Elefanten, denn ich liebe diese Tiere! Insgesamt gefällt mir das Ambiente dort sehr gut.





Dumbledores Armee ist einfach grandios, das muss man gesehen haben. Die Toilettenräume sind bis auf den letzten cm² beschrieben, mit Namen und Sprüchen rund um Harry Potter. Ein außergewöhnlicher Anblick, den man auf einem Foto gar nicht festhalten kann. Von überall auf der Welt haben sich hier Mitglieder der Armee verewigt! Ein kleiner Zauberer verbindet die Welt....







Zu den Harry Potter Walking Tours bitte [hier entlang]. 

Das Elephant House findet ihr unter folgender Adresse: 

21 George IV Bridge
Edinburgh EH1 1EN
Tel. 0131-220-5355


Das Café hat unter der Woche ab 8:00 Uhr geöffnet und am Wochenende ab 09:00 Uhr. Abends je nach Wochentag bis 22:00 bzw. 23:00 Uhr. 

Kleiner Tipp: Erst nach der Walking Tour dorthin gehen, denn der Tourgiude hat Rabatt-Gutscheine!

Mehr von uns auf den Spuren von Harry Potter gefällig? Dann lest unseren Bericht zu den Harry Potter Studios in London.