Sonntag, 21. September 2014

[Und plötzlich bin ich in der Geschichte II] Die drei ??? und ich im Hotel der Diebe

Ich liebe Bücher und besonders jene, bei denen man alles um sich herum vergessen kann und direkt in andere Welten eintaucht. Gerne auch bin ich auf den Spuren von Büchern unterwegs, in Edinburgh haben wir erlebt, wie Harry Potter zum Leben erweckt wurde und auch in London haben wir unseren Gepäckwagen schon durch das Gleis 9 3/4 geschoben.

Doch dieses Mal war alles ganz anders....

Es war ein Freitag morgen, als ich mich in Hamburg in den Zug Richtung Frankfurt setzte. Alles war ganz normal, es sollte ein tolles Wochenende werden. Dieses Mal war ich ganz alleine unterwegs, ohne Familie und schon auf der Bahnfahrt habe ich die herrliche Ruhe genossen. Am Bahnhof traf ich auf Anja, gemeinsam mit einem weiteren Blogger wurden wir zum Hotel gefahren.

Als wir auf die Hoteleinfahrt bogen, kam mir das erste Mal der Gedanke, dass hier etwas anderes ist als sonst. Das Hotel - irgendwie kam es mir bekannt vor, doch ich schob den Gedanken schnell von mir, "Nein, das ist unmöglich - nicht mitten in Frankfurt...".

Wir checken erstmal ein, ich bekam ein wunderschönes Zimmer im 8. Stock, die Aussicht war einfach traumhaft! Es war das Erste, was mir aufgefallen ist (kein Wunder bei dem großen Panorama-Fenster) und kaum hatte ich meine Sachen abgelegt, öffnete ich das Fenster und konnte mich gar nicht daran sattsehen. Das dieser Ausblick noch getoppt werden würde, ahnte ich in diesem Moment noch nicht.

Ich breitete meine Schreibbücher, auf dem großzügigen Schreibtisch aus und biss in den Apfel, der auf dem Tisch für mich bereit lag. Glücklicherweise stand dort auch eine Flasche Wasser, denn von der langen Fahrt war ich ziemlich durstig. Erschöpft ließ ich mich einen Moment in das gemütliche Sofa fallen. Hier konnte man es definitiv gut aushalten. Im Nebenraum war das Bett untergebracht,  ein Bademantel und Schlappen lagen dort auf der Bettdecke und schon jetzt freute ich mich auf den nächsten Morgen, wenn ich eine Runde im Hotelpool schwimmen würde.

Heute war dazu leider keine Zeit mehr. Ich setzte mich aufs Sofa und wartete auf Anja, die mich abholen wollte. Gemeinsam mit den Anderen wollten wir uns auf der Terrasse treffen. Doch sie kam nicht. "Merkwürdig", dachte ich, schnappte meine Sachen, und wollte das Stockwerk zu ihr hochlaufen, um sie eben abzuholen und nachzuschauen, ob alles in Ordnung war.

"Eine Etage könne ich auch eben laufen, da muss ich nicht extra den Fahrstuhl rufen",dachte ich und drückte die Tür zum Treppenhaus auf. Doch als ich in der 9. Etage ankam, ließ sich die Tür nicht öffnen. "Seltsam", dachte ich und machte mich auf den Weg zurück zu meiner eigenen Etage. Doch hier das Gleiche, die Tür war verschlossen. "War ich nicht gerade noch durch die Tür hereingekommen? Was geht hier vor?" Ich beschloss, im Treppenhaus auf Anja zu warten, doch es rührte sich nichts. Irgendwo hörte ich eine Tür ins Schloss fahlen, aber Anja blieb verschwunden.

Neben der Tür hing ein Telefon, und einen Moment war ich versucht, die Rezeption anzurufen. Oder doch lieber runter ins Erdgeschoss laufen? Ich drückte nochmal gegen die Tür zu meiner Etage, plötzlich gab sie nach. Sehr mysteriös. Ich sollte später erfahren, was genau es damit auf sich hat.

Doch jetzt fuhr ich erstmal ins Erdgeschoss. Zu meiner großen Erleichterung saß Anja dort mit den anderen Gästen unserer Gruppe bereits auf der Couch. Ich setzte mich neben sie und auch ihr war etwas mysteriöses passiert, obwohl sie meine Etage gedrückt hatte, fuhr der Aufzug direkt ins Erdgeschoss. "Ja, das ist aus Sicherheitsgründen so, man kann immer nur in die eigene Etage, sowie ins Erdgeschoss oder in den Wellnessbereich/Garage fahren - das gleiche gilt für das Treppenhaus", hörte ich eine freundliche Stimme sagen. Die Dame streckte ihren Kopf hervor und lächelte uns an. Sie trägt ein Namensschild und gehört offensichtlich zum Hotel-Personal. "Monique Räker" las ich auf dem Schild. Irgendwie kommt mir der Name bekannt vor, doch woher nur?!

Ein junger, freundlicher Kellner kommt an unseren Tisch und bringt mir ein Glas Wasser. Viele Stimmen schwirren durcheinander, überall wird erzählt und die Stimmung ist gut. Alle freuen sich auf ein tolles Wochenende....
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Mir gegenüber sitzt ein Mann mit einer Baseball-Kappe. Er hat ein ganz eigenes, verschmitzes Lächeln und wirkt sehr sympatisch. "Mein Name ist Christoph Dittert", beginnt er, und ich bin Autor des Buches "Die drei ??? - Hotel der Diebe". Plötzlich wird mit alles klar, das Hotel, woher ich es kannte, und der Name Monique Räker - natürlich - Monika Riker, die Hotelangestellte, die Die drei ??? in dem Roman anheuert, den Hoteldieb ausfindig zu machen!

Aber ich befinde mich im Lindner Main Plaza, nicht im Derlin Hotel und neben uns fließt der Main und nicht der Los Angeles River, aber alles andere ist mehr als authentisch, wie ich nur wenige Minuten später erleben sollte...

Christoph Dittert nimmt uns mit auf einen Rundgang durch seinen Roman. Noch nie waren die Schauplätze so greifbar wie hier. Wir sind genau dort, wo Justus, Peter und Bob ihr Abenteuer erlebt haben! So sehr bin ich noch nie in ein Buch eingetaucht. Die Orte des Buches, die Geschichte mit dem Autor selbst nochmal erlebt, das ist wirklich etwas ganze Besonderes!

Gut gelaunt macht sich die Gruppe auf dem Weg in die Eingangshalle.Wir kommen vorbei an der großen Showküche, hier kann der Gast direkt sehen, wie aus frischen Zutaten leckere Gerichte gezaubert werden. Schon Die drei ??? haben sich hier für ihr Abenteuer gestärkt.

Doch bevor es hochgeht, wird das Geheimnis um den Lift gelüftet, warum gibt es auf der einen Seite zwei kleine Fahrstühle und auf der anderen einen sehr großen? Für mich war die Antwort eigentlich klar, so dass ich gar nicht weiter darüber nachdachte: Wahrscheinlich braucht das Servicepersonal einen großen Fahrstuhl für Essens- und Reinigungswagen. Aber so einfach ist es mit der Begründung dann doch nicht, vor allem nicht so harmlos, denn als das Gebäude geplant wurde, war eigentlich ein ganz anderer Verwendungszweck vorgesehen: Es sollte ein Altenheim werden. Ahnt ihr es schon? Der Fahrstuhl ist deshalb so groß, damit man darin Leichen liegend ins Erdgeschoss bringen kann. Es soll aber noch viel makaberer werden, wie ich auf meinem Rundgang noch erfahren sollte.

Unsere Gruppe teilte sich auf die Fahrstühle und wir fuhren nach oben, um uns die Zimmer des Hotels anzusehen. Mein eigenes Zimmer ist ja schon unbeschreiblich schön und großzügig, aber es gibt hier auch regelrecht Wohnungen, die auch als solche vermietet werden - und die toppen das Ganze nochmal. Hier gibt es auch kleine Küchennieschen und einen Ausblick auf die Frankfurter Skyline, die Seinesgleichen sucht. Dauerhaft im Hotel zu leben, das stelle ich mir durchaus praktisch vor, besonders, weil man alle Annehmlichkeiten des Hotels hat. Leider fehlt mir das nötige Kleingeld dazu. Aber es hat etwas, durchaus. Selbst ein Tatort Kommissar hat es sich hier schon einmal für einen längeren Zeitraum gemütlich gemacht. Und hier nochmal der Blick aus dem Zimmer, habe ich zu viel versprochen?


Nachdem wir etwas in Luxus schwelgen durften und sich ein Großteil der Besucher wahrscheinlich wie ich schon mal gedanklich dort eingezogen ist, geht unsere Führung durch das Hotel weiter, schließlich haben auch Die drei ??? ihre Zeit nicht nur auf dem Zimmer verbracht, obwohl, und dieser kleine Hinweis muss einfach erlaubt sein, es immer mehr Sinn macht, Projekte und Aufgaben ausgeruht anzugehen! Denn sonst gelangt man schnell auf Abwege. Erinnert Euch an meine Worte, wenn ihr das Buch in die Hand nehmt und ein paar wichtige Entscheidungen zu treffen habt ;-)

Wir gelangen in den Maschinenraum, wo auch Justus, Peter und Bob einen ganz besonderen Mitarbeiter des Hotels kennenlernen. Von hier aus wird die Haustechnik gesteuert und ein Notstromaggregat sorgt dafür, dass die Gäste auch dann noch Licht und Fernsehen haben, wenn im Viertel der Strom ausfällt. Wir haben Glück, dass die Maschinen gerade nicht laufen, denn man sagt uns, dass der Lärm kaum auszuhalten wäre.

Das Highlight der Tour kommt jetzt, mit den Fahrstühlen fahren wir weiter bis nach oben - ganz nach oben, denn wir dürfen exklusiv einen kleinen Ausflug auf das Hoteldach machen. Etwas, dass eigentlich für Gäste nicht möglich ist. Natürlich, wie könnte es anders sein, ist auch das Dach mit seinen Goldzinnen ein entscheidender Schauplatz für die drei Jungs.

Christoph erzählt uns, was ihn hier inspiriert hat, und wie er das Dach in seinen Roman eingebunden hat. Und plötzlich stehen wir mitten in einer Verfolgungsjagd, denn er ist mit so viel Leidenschaft bei der Sache, dass man glaubt, Justus, Peter und Bob gerade vorbeihuschen gesehen zu haben.

Die Aussicht hier ist übrigens phänomenal! Mir bleibt hier fast der Atem weg und ich kann mich gar nicht daran sattsehen. Was für ein Blick auf die Stadt, die plötzlich wie eine Stadt im Miniaturwunderland wirkt.


Von ganz oben nach ganz unten. Binnen weniger Sekunden bringt uns der Hotelfahrstuhl nun ins Untergeschoss, wo sich das Hotelparkhaus befindet. Hier liefern sich Die drei ??? eine Verfolgungsjagt mit dem Verdächtigen. Aber diese Tiefgarage hat noch ein Geheimnis... Erinnert ihr euch an den ursprünglichen Plan, in dem Turm ein Altenheim unterzubringen? An die Bedeutung des langen Fahrstuhls? Ich habe versprochen es wird makaberer, und hier ist also die Leichenkammer, in der Leichen bis zum Abtransport gekühlt werden können:


Heute ist es ein Lagerraum, aber geplant war er ursprünglich anders. Ich finde es etwas spooky und bin froh, als wir unseren Rundgang in Richtung Wellness-Anlagen fortsetzen.

Der Wellnessbereich befindet sich in dem Gebäude nebenan, allerdings kann man diesen über das Untergeschoss ebenfalls erreichen. Wir dürfen einen Blick unter das Schwimmbad werfen und ins die Technik ansehen. Ehrlich gesagt, bin ich erstaunt, wie viele technische Geräte für so ein Schwimmbad notwendig sind! Wie sieht das dann erst in den großen Spaßbädern aus?

Im Wellnessbereich selbst würde ich mich am liebsten direkt niederlassen, denn nach der Tour könnte ich so eine Massage wirklich gut gebrauchen! Der Wellnessbereich ist wirklich sehr schön, es gibt hier neben den Massagen auch noch ein Schwimmbecken und eine Sauna. Handtücher stehen ebenso zur Verfügung wie Schließfächer für die Wertsachen. Und wer sich einfach nur ausruhen möchte, kann es sich auf einem der vielen Liegestühle gemütlich machen, die rund um das Schwimmbad stehen.

Nach diesem Rundgang ist es Zeit für eine kleine Pause, bevor wir gemeinsam das Abendessen auf der schönen Hotelterasse einnehmen wollen. Es gibt ein eigens an Die drei ??? angelehntes Menü!

Es ist ein sonniger und angenehmer Tag, so dass ich die Zeit auf der Terrasse wirklich genieße, ob nun am Tisch oder auf einem der Sofas, die hier auf der Terrasse stehen. Es ist eine ganz eigene Atmosphäre!

Und das Essen? Es ist lecker - sehr lecker!! Ich habe mich für Pesto-Nudeln entschieden, die vegetarische Variante. Aber auch das Steak und der Fisch sehen sehr gut aus!

Nach dem Essen sitzen wir noch etwas zusammen und tauschen uns aus, über Blogs, die drei Fragezeichen und das Hotel. Irgendwann bin ich wieder in mein Zimmer. Doch vor dem Schlafengehen muss ich einfach noch mal die tolle Aussicht festhalten:


Ich zappe mich noch kurz durch die Programme und freue mich, dass ich im Schlafzimmer einen weiteren Fernseher habe.

Obwohl ich sehr gut schlafe, bin ich zur gewöhnten Zeit wach. Das ist zwischen 4 und 5 Uhr. Der wunderschöne Sonnenaufgang entschädigt mich sofort für die kurze Nacht und ich fotografiere die Aussicht meines Zimmers - schon wieder.

Die Zeit bis zum Frühstück vertreibe ich mir mit Schreiben, Lesen und Fernsehen. Doch damit bin ich schneller durch als gedacht und so rufe ich um 6 Uhr an der Rezeption an, wann denn wohl das Schwimmbad öffnet. Der freundliche Herr am Empfang antwortet gut gelaunt: "Jederzeit, wenn sie jetzt schwimmen möchte, schließe ich Ihnen gerne jetzt auf.". Ich glaube, er ist etwas überrascht, als ich schon zwei Minuten später in der Eingangshalle vor ihm stehe, aber wie versprochen, geht er mit mir hinüber zum Wellnessgebäude und ich darf in aller Frühe meine Runden schwimmen. Diesen Sommer bin ich irgendwie zum Fisch geworden, man hat mich fast mehr schwimmend angetroffen als sonstwie. Um so mehr genieße ich es, dass ich an diesem Morgen nicht drauf verzichten muss. Und hier zu schwimmen ist noch viel schöner als in unserem Freibad, denn wo schon kann man mit Blick auf Mainhatten schwimmen? Denn auch vom Wasser aus, hat man hier noch eine tolle Sicht auf die Skyline. Draußen erwacht Frankfurt so langsam zum Leben.

Bevor es zum Frühstück geht, nutze ich die Gelegenheit für ein kleines Frankfurt-Selfie vor der Skyline. 

Ich bin wirklich gut gelaunt und ausgeglichen, als ich Janett, Anja und die anderen Teilnehmer unserer Runde beim Frühstück treffe. Das Buffett ist ein Traum, hier gibt es nichts, was es nicht gibt. In der Showküche werden Würstchen und Eier gebraten, Bohnen gekocht und Orangensaft gepresst. Ich bin begeistert.


Nach dem ausgiebigen Frühstück folgt ein weiteres Highlight, denn Christoph liest aus dem Buch "Drei ??? - Hotel der Diebe" vor. Man merkt ihm an, wie stolz er auf sein Buch ist, denn er gestaltet die Lesung mit sehr viel Enthusiasmus und Engagement. Es macht ihm auch ein wenig Spaß, uns in die Irre zu führen. WIR dürfen entscheiden, wie es weiter geht. Dann liest er wieder eine kleine Passage und wieder stehen wir als Zuhörer/Leser vor der Wahl, in welche Richtung die Geschichte gehen soll. Das ist nicht immer ganz einfach, denn oft ist es nicht der offensichtliche Weg, sondern ein ganz anderer. Die Zeit vergeht wie im Flug, und schon heißt es wieder rüsten für den Heimweg. Natürlich nicht, ohne vorher ein kleines Erinnerungsfoto mit dem Autor zu schießen:


Wir treffen uns noch ein letztes Mal für ein gemeinsames Beisammensitzen auf der Terrasse. Habe ich schon erwähnt, wie gemütlich es dort ist?! Nach einem leckeren Mittagessen geht es dann auf den Weg nach Hause.

Die Fahrt zurück nach Hamburg kommt mir endlich vor an diesem Tag, und sie ist es auch. Erst bekomme ich einen Anschlusszug nicht, und zu Hause fahre ich dann eine Station zu weit. Es ist schon abends, als ich endlich zu Hause in die Sofakissen sinken kann. Aber es war ein tolles Wochenende, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Meine Kinder schaffen es gerade noch, mir die Armbänder und Buttons aus der Hand zu reißen, die ich mitgebracht habe, dann bin ich auch schon eingeschlafen...

Adresse: 

Lindner Hotel & Residence Main Plaza
Walther-von-Cronberg-Platz  1
60594 Frankfurt
Tel.: 069/664010
Email: info.mainplaza@lindner.de

Das Drei ??? Fragezeichen-Arrangement: 
  • 2 Übernachtungen in der Buisness Class inkl. Frühstück
  • Spezial-Hausführung zu den Schauplätzen des Buches "Drei ??? - Hotel der Diebe"
  • "Die drei ???"-Welcome Drink an der Hotelbar
  • Ein Exemplar des Buches pro Zimmer
  • ein 3-Gang-Abendessen im Hotelrestaurant "New Brick"
  •  Informationen zu den aktuellen Preisen und Buchungsmöglichkeiten findet ihr direkt bei Lindner

... und wenn ihr gerne nachlesen möchtet, wie der Tag Janett und Anja gefallen hat, dann kann ich euch einen Blick in ihre Blogs sehr empfehlen:
  • Janett schreibt in "Teilzeitreisender"
  • und Anjas Gedanken könnt ihr im AWI-Blog lesen. Sie ist übrigens die absolute Expertin für die drei Fragezeichen. Sie weiß wirklich ALLES!!
  • Habt ihr gewusst, dass auch der Autor selbst ein begeisterter Blogger ist: Falls nicht, dann wir es aber Zeit: Christian Montillon alias Christoph Dittert 
Eine ausführliche Buchrezension folgt, allerdings erst, wenn ich das Buch wieder in den Händen halte, denn nachdem meine Kinder es sich geschnappt haben, macht es nun die Runde bei ihren Freunden...

Sonntag, 24. August 2014

[Scotland] Tartan Weaving Mill

Ein kleiner Tipp für alle Edinburgh-Castle-Besucher ist die Tartan Weaving Mill. Sie liegt direkt am Fuße der Burg und wirkt von außen recht unscheinbar. Doch der Eindruck täuscht, denn dahinter verbergen sie riesige Hallen.

Die Tartan Weaving Mill ist in erster Linie ein Geschäft, in dem man Schottenröcke und andere Bekleidung kaufen kann. Aber nicht nur das, es ist auch gleichzeitig ein Museum, in dem gezeigt wird, wie die berühmten Schotten-Stoffe hergestellt werden.

Über einen kleinen Rundweg kann man den Weg des Stoffes in der Herstellung verfolgen. Ursprünglich waren die Muster einzelnen Familien zugeordnet, so dass man schon an der Kleidung erkennen konnte, zu welchem Clan jemand gehört. Heute werden es wohl eher Modetrends sein, die den Ausschlag für das Desihn geben.


Teilweise laufen die Maschinen noch und es sind Mitarbeiter dabei, sie zu bedienen. Manchmal sind die einzelnen Arbeitsschritte mit Figuren dargestellt. Im Untergeschoss gibt es eine laufende Produktion.


Natürlich wird man auf diesem Rundweg auch einmal quer durch das Geschäft gelotst, in der Hoffnung, dass doch das ein oder andere Teil im Einkaufskorb landet. Allerdings sind die Preise hier so hoch, dass es schon gar keinen Spaß mehr macht, sich überhaupt genauer umzuschauen. Zu gerne hätten Finja und ich einen Schottenrock mitgenommen! Ich beschließe, selbst einen zu nähen, wenn wir wieder zu Hause sind!


Tartan Weaving Mill zu besuchen lohnt sich auf jeden Fall, wenn man gerade beim Edinburgh Castle ist. Wer hochwertige Mitbringsel für zu Hause sucht, ist hier ebenfalls richitg.

Tartan Weaving Mill at a glance
  • Nicht vor, sondern nach der Castle-Besichtigung einplanen, damit man - sollte man etwas gekauft haben - nicht mit den Taschen auf die Burg muss
  • Ein Foto in Schottentracht gefällig? Kein Problem, hier gibt es eine Fotografin, die das erledigt. 
  • Fotos nach der Anprobe sind untersagt
  • für den Rundgang sollte man ca. 30 Minuten einplanen, wer noch im Geschäft bummeln möchte entsprechend mehr
  • Es gibt Tüten mit Stoffresten zu kaufen, allerdings kostet eine kleine Tüte £ 10.00
Adresse: 

555 Castlehill | Royal Mile, Edinburgh EH1 2NE

Öffnungszeiten: 

täglich von 09:00 Uhr - 17:30 Uhr

Eintrittspreise:

Der Eintritt ist frei

Freitag, 22. August 2014

[Scotland] Edinburgh Castle

Weiter geht es in Schottland. Nach unserem Besuch im Parlament wollen wir eigentlich zum Castle laufen, doch wir torpedieren unsere eigenen Pläne und fahren die Hälfte der Royal Mile mit dem Bus, statt zu laufen. Es ist einfach zu heiß an diesem Tag!

Finja und ich sitzen etwa zwei Bänke vor Kevin und Torben im Bus, ich achte nicht weiter auf die anderen Fahrgäste und unterhalte mich mit Finja über unsere Tour durch das Parlament. Plötzlich spricht uns eine alte Dame von der benachbarten Sitzbank an und fragt mich auf Deutsch: "Wissen Sie, was eine Lümmeltüte ist?" Ich drehe mich um und sehe eine Frau von etwa 80 Jahren dort sitzen. Sie trägt einen bunten Rock und eine nicht minder bunte Bluse dazu. Trotz ihres hohen Alters wirkt sie ein bisschen wie ein Paradiesvogel. Sie lächelt mich an. Zuerst konnte ich diese Frage nicht einordnen, aber sie sieht doch normaler und freundlicher aus, als diese ungewöhnliche Kontaktaufnahme vermuten lässt. "Ja, das weiß ich", antworte ich grinsend, woraufhin sie sich zu Kevin umdreht und ihm die gleiche Frage stellt. "Natürlich weiß ich das", antwortet auch er und ich sehe ihm an, dass auch er nicht weiß, was er von diesem Gespräch halten soll.

Wir kommen mit der alten Dame ins Gespräch, die vor 40 Jahren von Deutschland nach Edinburgh gezogen ist. "Wenn ich mit meiner Freundin telefoniere, dann merke ich immer wieder, wie mir die Worte dieser Sprache fehlen. Es kommen ständig so viele neue Wörter hinzu, da kann man nicht mithalten, wenn man nicht "mittendrin" ist." Sie nutzt daher jede Gelegenheit um deutsch zu sprechen. Wir unterhalten uns noch eine ganze Weile miteinander, sie gibt uns Tipps, wo wir hingehen können und erzählt etwas von ihrem Leben dort. Wir fahren zwei Haltestellen weiter als geplant, aber sie ist so nett, dass wir einfach vergessen, auszusteigen.

So müssen wir etwas zurücklaufen, bis wir wieder auf der Royal Mile sind, aber das ist nicht weiter schlimm, denn unterwegs decken wir uns mit Sandwiches und Getränken ein und Finja findet in einem Gift-Shop einen Dudelsack, der nun unser bereits an die Grenzen der Belastbarkeit angelangtes Auto vor eine weitere Bewährungsprobe stellen soll.

Nach einer kleinen Mittagspause auf den Treppen der St Gilles Cathedral laufen wir die Royal Mile hinauf zum Schloss. Auf dem Weg dorthin bleiben wir immer wieder stehen, um den Strassenkünstlern zuzuschauen, die in tollen Kostümen und mit musikalischen Darbietungen auf die ein oder andere lockere Münze der Touristen hoffen, die wie wir auf dem Weg zum Castle sind.

Finja trifft so wenigstens ihren "echten" Schotten mit Schottenrock, auf den sie sich schon Wochen vorher zu Hause gefreut hat. "Ich möchte unbedingt ein Bild mit einem echten Schotten, wenn wir in Schottland sind", liegt sie mir in den Ohren. 

Um so glücklicher war ich, dass wir diesen Wunsch gleich am zweiten Tag hier erfüllen konnten, nicht auszudenken, wenn wir die Gelegenheit verpasst hätten. So konnten wir nach einer kleinen Spende auf das Wohlwollen des Strassenmusikers hoffen und das Kind war seelig ;-)

Es ist gerade eine größere Veranstaltung geplant, denn vor dem Schloss ist eine größe Tribühne und Bühne aufgebaut. Auf dem Rückweg sollten wir eine kleine Kostprobe davon bekommen, was die Besucher an dieser Stelle erwarten wird.

Oben auf der Burg angekommen können wir direkt zum Eingang durchgehen und sparen uns das Anstehen an der Kasse. Beim Anblick der Menschenmassen dort bin ich auch sehr froh darüber.

Direkt nach dem Eingang ist ein Info-Point für Besucher eingerichtet. Hier gibt es auch Guidebooks und Audioguides. Wir entschließen uns dazu, die Burg auf eigene Faust zu erkunden und verzichten dieses Mal auf die Audio-Guides und nehmen lediglich das Buch mit.

Allein von Außen verschlägt es mir schon den Atem. Wir betreten hier Gemäuer, die fast 3000 Jahre Geschichte in sich tragen. Unzählige Menschen sind schon lange vor uns dieses Burgtor mit seinem Fallgitter durchgelaufen: Soldaten, Könige und Königinnen, Prinzen und Prinzessinen, Eindringlinge, Piraten, unzählige Besucher aus aller Welt... Welche Schicksale diese Burg wohl gesehen hat? Der Hauch von Geschichte weht uns um die Nase und macht neugierig auf das, was es hinter den Mauern von einem der wichtigsten Wahrzeichen Schottlands zu entdecken gibt. In unserem Reiseführer lese ich, dass es an dieser Stelle früher einmal ein Guckloch gab, mit dem der König seine Höflinge beobachten und belauschen konnte. Erst 1984, beim Staatsbesuch von Michael Gorbadschow wurde das Loch auf Anweisung des KGB zugemauert. Wir können die Burg also heute unbeobachtet betreten, zumindst, wenn man sich einen kurzen Moment einbildet, dass man in Großbritannien nicht auf Schritt und Tritt gefilmt wird.

Zuerst geht es 70 Stufen hinauf (wir haben die Kinder nachzählen lassen - hihi). Oben angekommen werden wir auch direkt entlohnt mit einem traumhaften Blick über Einburgh! Bis zu den vorgelagerten Inseln Middle Craigs und Eastern Craigs kann man sehen (zumindest glaube ich, dass es diese beiden Inseln sind)! Nur leider - auf dem Foto immer nur halb so beeindruckend wie in echt. Aber ich kann Euch versichern, dass der Anblick wirklich atemberaubend ist:



Nebenbei bemerkt: Wir haben an diesem Tag unseren 16. Hochzeitstag, daher gibt es auch mal ein Foto von meinem Mann und mir, meine Tochter fand, das müsse einfach sein (ist ja eher selten, dass ich die Kamera mal aus der Hand gebe...):


Hier gibt es das Guidebook glücklicherweise in Deutsch, das macht den Rundgang etwas leichter, weil ich nicht übersetzen muss. Da wir ohne Audioguides unterwegs sind, steckt meine Nase im Buch um meiner Familie auf dieses und jenes Wissenswerte aufmerksam zu machen. Mein Sohn rollt zwar dabei immer mit den Augen und meint: "Mamaaaaaaaa, musst du eigentlich immer klugscheißen?!", hört dann aber doch gespannt zu. Insbesondere die Kanonen haben es ihm natürlich angetan. Finja interessiert sich mehr für die Räume im Innern, denn sie hat mitbekommen, dass es dort Kronjuwelen gibt und kann es gar nicht erwarten, sie zu sehen.

Wir starten unseren Rundgang (eigentlich ist es mehr ein Kreuzundquergang). Schauen mal hier und mal dort und passend dazu lese ich aus dem Buch vor. Schade, dass man sich das nicht alles merken kann. 




Das Einhorn, auf dem Finja hier sitzt ist Wappenträger des königlichen schottischen Wappens und bewacht zusammen mit einem Löwen (Bild weiter unten), den Eingang zur Schottischen Nationalen Kriegergedenkstätte. Hier schauen wir aber nur kurz, der Palast auf der anderen Seite des Kronplatzes macht uns neugierig, denn hier sollen auch die schottischen Kronjuwelen liegen. In diesem Gebäude hat Maria Stuart ihren Sohn Jakob I. zur Welt gebracht, den späteren König.


Den Gang zu den Kronjuweligen laufen wir promt falsch hoch, so dass wir das Beste fast verpassen. Aber zum Glück gibt es überall Mitarbeiter, die verlorene "Wir-brauchen-weder-Audio-Guide-noch-Führung"-Besucher wieder auf den richtigen Weg bringen. Und das hat sich wirklich gelohnt, denn auf dem Weg zu den Kronjuwelen begegnen wir Königin Viktoria und anderen wichtigen Stationen, der schottischen Geschichte. Glücklicherweise leben wir 2014 und nicht 1819, als die Menschen noch 1 Schilling (umgerechnet 12,- €) bezahlen mussten, nur um die Kronjuwelen zu sehen. Euch muss ich sie leider vorenthalten, denn natürlich ist es in dem Raum strikt verboten zu fotografieren.




Besonders spannend fand ich das Gefängnis im Queen Ann Gebäude (die Kinder übrigens auch!). Hier sah es fast noch genau so aus, wie an dem Tag, als der letzte Gefangene die Räume verlassen hat. Etwas beklemmend. Wenn man reinkommt, läuft ein Tonband, auf dem das Stimmengewirr der Gefangenen zu hören ist. Die Wäsche hängt noch an der Leine und die persönlichen Habseeligkeiten der Bewohner liegen noch dort, wo sie scheinbar zurückgelassen wurden. Im Schlafsaal gibt es unzählige Hängematten auf der einen Ebene, darunter Matratzen, eine neben der anderen, so dass es keinerlei Privatsphäre gibt. Das wäre für mich das allerschlimmste. Auch die hygienischen Bedingungen waren mehr als desolat! 1720 sollen in diesem Gewölbekeller 21 Piraten aus der Karibik gefangen gewesen sein. Auf einem Tisch am Ende des Raumes liegen Spielkarten auf dem Tisch, was fast ein bisschen grotesk wirkt angesichts der Bedingungen hier. Aber irgendwie musste man sich wohl beschäftigen.



Im benachbarten Militärgefängnis gibt es zumindest Zellen, so wie man sie sich in einem Gefängnis vorstellt.



Wir lassen uns nach all den Eindrücken erst mal ein Eis schmecken. Ein nicht ganz günstiges Vergnügen hier auf der Burg, aber das Ambiente und das Wetter machen das auf jeden Fall wieder wett. Das Schottische Kriegsmuseum (auf dem unteren Bild links) lassen wir aus, nach Kriegsgeschichte ist uns an diesem Tag nicht, in den anderen Räumen der Burg haben wir schon einen Eindruck gewinnen können, das ist uns genug. Insgesamt ist das Thema "Krieg" hier allgegenwärtig, kein Wunder bei einer Burg in der Kriege und Angriffe fast zu jeder Zeit an der Tagesordnung standen. Wir genießen lieber noch ein wenig die schöne Aussicht und die beachtlichen Gebäude hier auf der Burg.






Nachdem wir nun den ganzen Nachmittag auf der Burg verbracht haben, machen wir uns nun auf zu unserem Abendessen, das wir an diesem Tag im Café Centro gebucht haben. Torben hat mich dabei in einem typischen Moment fotografiert: Mit einer Karte in der Hand. So habe ich wohl die Hälfte des ganzen Urlaubs ausgesehen ;-) Doch vorher muss noch ein kleiner Abstecher sein. Wohin, das könnt ihr schon bald hier lesen!

Adresse:

Castlehill, Edinburgh EH1 2NG

Öffnungszeiten:

Sommer (01.04.-30.09.): von 09:30 Uhr bis 18:00 Uhr
Winter (01.10.-31.03.): von 09:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Eintrittspreise:

Erwachsene:  £16.00
Kinder: £9.60
Ermäßigt: £12.80

Edinburgh Castle at a glance: 
  • Den Besuch so einrichten, dass man um 13:00 Uhr auf der Burg ist, dann wird die Ein-Uhr-Kanone abgeschossen
  • Fernglas für die Aussicht auf Edinburgh einpacken
  • Proviant mitnehmen, die Preise vor Ort sind alles andere als familienfreundlich
  • Wer noch mehr historische Burgen und Stätten in Schottland besuchen möchte, für den kann sich der Explorer Pass lohnen. Damit bekommt man an 3 bzw. 7 Tage freien Eintritt in Museen und Burgen. Der Vorteil: Man kann den Pass bereits zu Hause kaufen und braucht in Schottland dann nicht an den langen Kassenschlangen warten. Weitere Infos dazu gibt es hier: Historic Scotland

Mittwoch, 20. August 2014

[Family on Tour] Hinter den Kulissen bei Radio Bielefeld


Mein nächster Schottland-Bericht muss noch einen Moment warten, denn ich muss euch unbedingt von unserem Besuch bei Radio Bielefeld erzählen!

Ein Blick hinter die Kulissen ist immer eine spannende Sache, deshalb habe ich mich sehr gefreut, als wir die Möglichkeit hatten, uns Radio Bielefeld einmal von der anderen Seite des Radios aus anzusehen. Ortsbedingt hören wir den Sender zwar nur selten, aber als ich noch in Bielefeld gearbeitet habe, war ich ein treuer Stammhörer, das zählt doch hoffentlich auch ;-)

Radio Bielefeld hat seinen Sitz in der Bielefelder Altstadt, etwas versteckt und unscheinbar in einer kleinen Gasse findet man die Eingangstür. Wir werden freundlich empfangen und sind schon sehr gespannt, was uns erwarten wird. Durch ein Großraumbüro, in dem an diesem Samstag-Morgen niemand arbeitet, gelangen wir in einen kleinen Konferenraum. Ein Mitarbeiter erzählt uns einiges zu Radio Bielefeld und beantwortet geduldig unsere Fragen.


Hier die interessantesten Fakten im Schnelldurchlauf:

  • Mitarbeiter: 12 feste Redakteure und Moderatorn, 10 freie Mitarbeiter, 2 Praktikanten und 3 Medienberater
  • gegründet 1991
  • Besitzverhältnisse: 75% Verlage, 25% Kommune
  • 90% aller Bielefelder haben Radio Bielefeld schon einmal gehört
  • 43% der Bielefelder hörten Radio Bielefeld am vorherigen Tag
  • Die Mitarbeiter verbrauchen 10 l Kaffee täglich ;-)
Der Radiosender gehört zu einer Gruppe von Lokalsendern in NRW, die teilweise ein Mantelprogramm senden, beispielsweise nachts. Ansonsten steht natürlich die Lokalität im Vordergrund. Nachrichten und Meldungen, sowie Wetter sind auf Bielefeld abgestimmt. Aber auch "vor Ort" ist man aktiv, auf großen Veranstaltungen oder bei eigens ins Leben gerufenen Aktionen, wie der Minigolfmeisterschaft.

Jetzt sind alleneugierig darauf, etwas zu sehen und als erstes dürfen wir im Tonstudio sehen, wie Beiträge geschnitten und zusammengemischt werden.

Dann heißt es "Ruhe, wir sind on Air!", denn wir betreten das Sendestudio. Es läuft gerade eine Lokalsendung und noch spielt Musik. Dann jedoch wird es still, weil der Moderator ein Gewinnspiel ankündigt. Alle halten die Luft an. Sekunden später ist die Lampe schon wieder aus, und alle atmen erleichtert aus.




Der kleine Einblick in die Welt des Radios hat uns super gefallen, es war sehr interessant und aufschlussreich. Bestimmt werde ich Radio nun mit etwas anderen Ohren hören!

Montag, 18. August 2014

[Scotland] Zu Gast im Schottischen Parlament

Unser nächster Tag startet ungewöhnlich politisch, denn wir sind zu Besuch im schottischen Parlament. Bereits zu Hause hatte ich gelesen, dass hier täglich mehrere Führungen angeboten werden, mit denen man einen kleinen Eindruck in die Architektur des 2004 fertig gestellten Gebäudes bekommt und zudem etwas über die Arbeit der Parlamentarier erfährt. Die Führungen dauern eine Stunde und man muss sich vorab dafür anmelden, was ich ein paar Wochen vor unserer Anreise gemacht habe.

Das schottische Parlament liegt direkt am Fuße von Arther's Seat und gegenüber von den Palace of Holyroodhouse (dem Wohnsitz der Queen, wenn sie in Einburgh zu Besuch ist) und der Queens Galary. Beides müssen wir aus Zeitmangel leider ausfallen lassen. Da wir noch Zeit haben, bis unsere Tour losgeht, können wir aber wenigstens einen kleinen Blick von Außen auf den Palast erhaschen und einen kurzen Bummel durch den Gift-Shop machen.


Bevor wir das Parlament betreten, müssen wir die Sicherheitszone durchqueren, ähnlich wie beim Flughafen, unsere Taschen werden durchleuchtet und wir werden abgetastet.


Die Dame am Schalter findet unsere Buchung sehr schnell und gibt uns schon mal die deutschen Audioguides. Besonders für die Kinder ist es angenehm, die Tour in Deutsch hören zu können, und für uns natürlich ebenso, weil die Übersetzungen entfallen.

Bis es losgeht haben wir noch etwas Zeit, um unsere Taschen wegzuschließen und durch die Ausstellung zu Bummeln. 


Dann geht es endlich los und wir machen uns auf eine spannende Tour durch das Parlament. Unsere Tourführerin erzählt uns sehr viel zu der Architektur des Gebäudes.  Enric Miralles hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Besonders schön ist die sogenannte Garten-Lobby, deren Decke wie ein großes Blätter-Dach wirkt. Durch die durchgängige Fensterwand schaut man in einen kleinen Garten. Ich glaube, hier zu arbeiten stelle ich mir einfach toll vor! Das Dach wirkt von Außen wie ein umgedrehtes Schiff.

Weiter geht es zu dem Plenarsaal, der an diesem Morgen jedoch gänzlich verwaist wirkt und in die Konferenz-Räume. Nebenbei erfahren wir viel über die Arbeit des Parlaments. Mir war zum Beispiel gar nicht klar, dass Schottland erst seit 2000 überhaupt ein eigenes Parlament hat.


Das schottische Parlament - eine Tour die sich unbedingt lohnt. Hier sieht man mal eine andere Seite von Edinburgh - die politische und erfährt nebenbei viel über geschichtliche und politische Hintergründe des Landes. Die Tour ist für kleinere Kinder aber eher nicht zu empfehlen. Torben hat es sehr interessiert, Finja hat Vieles noch nicht richtig zuordnen können. Also ich danke, ab 10-12 kann man hier mit Kindern eine tolle Stunde verbringen, je nach Interessenlage des Kindes versteht sich.

Im Anschluss an die Tour lassen wir uns im angeschlossenen Café kalte Getränke schmecken, bevor wir wieder aufbrechen, um weitere Highlights der Stadt zu entdecken. Edinburgh Castle ist unser nächstes Ziel. Spontan entscheiden wir uns, die Royal Mile hochzulaufen. Wieder draußen erschlägt uns jedoch die Wärme etwas, und so fahren wir die Hälfte der Strecke und laufen nur die andere Hälfte. Warum das eine gute Entscheidung war, könnt ihr als nächstes an dieser Stelle lesen...

Adresse: 

City of Edinburgh EH99 1SP

Öffnungszeiten: 

Mo, Fr, Sa und an Feiertagen: 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
Di, Mi, Do: 09:00 Uhr - 18:30 Uhr
Die Öffnungszeiten können je nach Arbeitsperioden des Parlaments variieren. 

Infos zu den einzelnen Führungen gibt es [hier]