Samstag, 21. März 2015

[Reif für die Insel] Auf nach Amrum!

Amrum - als Kind kannte ich das vor allem von Nesthäkchen. Diese Insel bestand für mich damals aus einem Leuchtturm, einem Kinderheim und dem Wattenmeer. Und natürlich wollte ich unbedingt einmal dorthin. 30 Jahre später war es dann so weit: Wir fahren nach Amrum.

Amrum hat eindeutig mehr zu bieten, als Kinderheim und Leuchtturm, wie ich dann feststellen sollte ;-)

Ab Dagebüll sind wir mit der Fähre über Föhr nach Wittdün gefahren. Knapp 2 Stunden dauerte die Überfahrt, die an diesem Samstag in aller Frühe nicht ganz so viele Leute nutzen. Daher ist es eine sehr ruhige Überfahrt. Im März ist es leider noch zu kalt für das Sonnendeck, so dass wir uns es uns an einen der Tische im Innenraum gemütlich machen. Wunderschön, wir fahren in den Sonnenaufgang hinein.

Gegen halb zehn erreichen wir den Hafen von Wittdün. Direkt am Fährhafen liegt der Fahrradverleih, bei dem ich uns für das Wochenende Fahrräder bestellt habe. Wir haben Glück und bekommen wirklich tolle Räder, mit denen wir nun die Insel unsicher machen können.


Unsere Ferienwohnung liegt in Süddorf, nur wenige Kilometer von Wittdün entfernt, und ist das erste Ziel, das wir an diesem Morgen ansteuern, um unsere Taschen abzuladen.

Nach einer kleinen Pause für mich (wir sind wirklich verdammt früh aufgestanden an diesem Morgen) und einem Ausflug zum Supermarkt für meine Familie, satteln wir unsere Drahtesel für eine Inselerkundung. Finja wird nachher in ihr Tagebuch schreiben: "Papa hat sich den ganzen Rückweg vom Supermarkt darüber aufgeregt, wie teuer das alles ist!" Mein Tipp: Bringt Lebensmittel mit, auf der Insel sind die Preise tatsächlich "etwas" teurer...


Doch jetzt geht es erstmal rund um die Insel. Wir fahren über Nebel, den alten Wirtschaftsweg nach Norddorf. Radfahren kann man hier wirklich phantastisch und es ist meiner Meinung nach auch das beste Fortbewegungsmittel auf der Insel. Das Auto für ein Wochenende mitzunehmen macht überhaupt keinen Sinn und wären wir die Strecken mit Bus gefahren, hätten wir lange nicht so viel von der Insel gesehen.

Es ist eine herrliche Natur, die frische Meeresluft weht uns um die Nase und wir genießen es sehr, diese entschleunigende Auszeit, die wir momentan alle irgendwie bitter nötig haben.


Die Touristensaison beginnt in Amrum erst ab April, das hat den Vorteil, dass momentan alles noch etwas verschlafen und ruhiger ist, allerdings leider auch den Nachteil, dass Vieles noch geschlossen ist: Mühle, Leuchtturm, Öhm Hus.

Dafür entdecke ich in dem Veranstaltungsplaner, den ich mir an der Information am Hafen eingesteckt habe, eine Führung zum Thema "Zeitsprünge" vom Öömrang Ferian. Wir biegen also in Norddorf wieder ab zurück Richtung Süddorf. Auf etwa der halben Strecke erreichen wir die Vogelkoje, den Treffpunkt für die Tour. Ich bin überrascht, wie bewaldet dieser Teil der Insel ist. Das hätte ich in der Form nicht erwartet.

Ein junger Mann, der gerade sein FÖJ auf der Insel macht, nimmt uns in der folgenden Stunde mit auf einen Weg durch den Kniepsand. Teilweise sieht es hier aus wie in der Heide und ein weiteres Mal erstaunt mich die Vielfältigkeit dieser Insel. Auf einem Holzweg geht es durch die Dünen. Wir erfahren etwas über die Entstehung der Insel und darüber, wie die Menschen hier in der Vergangenheit gelebt haben.


 In den Dünen sehen wir nicht nur eine alte Grabstätte, sondern auch ein reetgedecktes Haus aus der Bronzezeit. Es ist ein Nachbau, die Original-Grundrisse kann man aber direkt daneben ansehen.


Unsere Tour endet bei der Vogelkoje, die bis in die 30er Jahre eine sichere Einnahmequelle für die Insulaner war, die sich mit dem Fang von Vögeln und Enten ein gutes Zubrot verdienten. Mit dem Bau der ersten Kurhäuser wurde diese Barbarei glücklicherweise eingestellt.

Die Tour ist kostenlos, am Ende geht eine Spardose rum, damit man für den Verein eine Spende hinterlassen kann. Wir geben hier gerne etwas, denn die Tour war sehr informativ und kurzweilig, auch für die Kinder. Auch ohne Führung kann man diese archäologische Tour durch die Dünen machen, es sind überall Hinweisschilder angebracht, die Besuchern das Amrum von Einst näher bringen.


Nach einem kurzen Austoben auf dem Spielplatz (natürlich nur für Finja ;-) ) geht es zurück nach Süddorf. Wir fahren den Waldweg weiter und sind überrascht, wie schnell wir wieder an unserer Ferienwohnung sind. Apropos Ferienwohnung, es ist übrigens gar nicht so leicht, einen Vermieter zu finden, der für eine einzige Nacht vermietet. Viele haben einen Mindestaufenthalt von 5 oder 7 Tagen. Für ein Wochenende würde sich ggf. auch die Jugendherberge in Wittdün eignen. Das werden wir beim nächsten Amrum-Besuch mal testen.

Die Bewegung an frischer Luft hat uns müde und hungrig gemacht. Den Rest des Abends lassen wir also ganz ruhig ausklingen.

Am nächsten Morgen geht es direkt wieder auf die Räder, dieses Mal fahren wir über Steenodde nach Wittdün, denn wir wollen einen Blick auf den Yachthafen werfen.



 Es ist gerade Ebbe und so nutzen wir die Gelegenheit, ein paar Muscheln zu sammeln. Wir haben immer noch die Muscheln vom Schottland-Urlaub hier liegen, mit denen wir immer noch "was machen" wollten, aber Muscheln kann man anscheinend nie genug haben! Wir befinden uns nun schon wieder in Wittdün, mit Blick auf den Fähranleger.



Kevin hat an diesem Sonntag morgen noch einen beruflichen Termin in Wittdün (mein Mann ist ständig und immer "im Einsatz") und so trennen sich unsere Wege für die nächsten zwei Stunden. Die Kinder und ich nutzen die Zeit, an den Strand zu fahren. Räder müssen leider unten am Weg angeschlossen werden, so dass wir leider nicht am Strand entlang radeln können. Aber da wir ohnehin Richtung Meer laufen wollten, war das auch nicht wichtig. Ganze 2 km ist der Sandstrand breit, es ist also ein ganzes Stück zu laufen, bis man am Meer ankommt. Doch diese Tour war mein absolutes Amrum-Highlight.

Sonntags morgens sind hier nicht sehr viele Leute unterwegs, zumindest nicht um diese Jahreszeit. Wir hatten also den Strand für uns alleine, weit und breit nichts anderes als Sand, ganz hinten in der Ferne sehen wir den Leuchtturm. Der Horizont scheint unendlich weit zu sein. Wir sind im Paradies angekommen. Diese Weite, diese Naturschönheit ist kaum zu beschreiben. Wir lassen uns auf einen kleinen Sandhügel fallen und genießen die Aussicht. Noch haben wir etwas zu laufen bis zum Meer, der Strand mit seinen Häusern scheint unendlich weit weg zu sein. Streichholzschachtel-groß in der Ferne.



Am Meer angekommen werden natürlich weitere Muscheln gesammelt, eine wirklich Schöne sind darunter. Finja ist nicht zu bremsen! Wir lassen uns im Sand nieder, lauschen dem Rauschen der Meere und atmen die salzige Luft ein. Keiner möchte den Rückweg antreten, doch Kevin wird bald mit seinem Termin durch sein, außerdem ist es schon Mittagszeit und so langsam bekommen wir Hunger.

Mittagessen ist allerdings gar nicht so einfach, entweder haben die Restaurants noch nicht auf oder die Mittagsküche bereits wieder geschlossen. Doch dann finden wir ein kleines Bistro, in dem wir sehr gut gegessen haben zu annehmbaren Preisen. Meine Empfehlung: Mundart, Inselstr. 41 in Wittdün!

Den Rest des Tages verbringen wir am Strand. Jetzt sammeln die Kinder keine Muscheln mehr, sondern halten Ausschau nach Bernstein. Auch Torben ist davon angesteckt und sie finden sogar den ein oder anderen Bernstein.

Viel zu schnell ist unsere Zeit in Amrum schon wieder vorbei. Es war eine sehr schöne, entspannte Zeit auf der Insel. Wir geben unsere Fahrräder zurück und gehen hinüber zum Fähranleger, wo die Fähre bereits auf uns wartet. Auf der Rückfahrt treffen wir unseren Tourguide von der archäologischen Führung und die anderen Teilnehmer wieder. Eigentlich haben wir uns auf ein Eis gefreut, aber - das alte Lied - in der Nebensaison ist die Truhe auf der Fähre eben leer.

Kaum haben wir abgelegt, fallen uns auch schon die Augen zu....

Amrum ist eine sehr schöne und vor allem überraschend vielseitige Insel. Mit dem Rad wunderbar zu erkunden, denn sie ist von Wittdün nach Norddorf gerade mal 10 km lang. Im Sommer kann man durch das Watt bis nach Föhr laufen. Der Sandstrand ist einfach ein Traum! Amrum - wir kommen sicher wieder!!

Sonntag, 22. Februar 2015

Willkommen in Maasholm

Heute nachmittag wollten wir einfach mal ein bisschen raus, nicht weit weg, kein großes Programm, sondern einfach nur etwas Wind um die Nase wehen lassen. Schon vor einiger Zeit habe ich eine Flyer-Box von unserer Touristeninformation mitgebracht, in der historische Stadtrundgänge enthalten waren. Genau das Richtige für diesen Sonntag. Die Kinder haben gestreikt, und wollten lieber auf eigene Faust eine kleine Radtour in der Umgebung machen, somit waren wir heute nur zu Zweit unterwegs. Von den 15 verschiedenen Routen haben wir uns für Maasholm entschieden. "Hauptsache am Wasser", war Kevins Auswahlkriterium.

Im Folgenden möchte ich Euch gerne ein paar Eindrücke von dem kleinen Fischerdörfchen Maasholm zeigen. Ich stelle mal wieder fest, sehr schön wohnen wir hier in der Schleiregion. Ich freue mich schon sehr darauf, auch noch die anderen kleinen Dörfer und Städtchen hier zu entdecken.

Aber jetzt erstmal: Willkommen in Maasholm!























Sonntag, 15. Februar 2015

[Family on Tour] Das Anne-Frank-Haus in Amsterdam




Die Prinsengracht in Amsterdam ist wohl vor allem durch ein Gebäude bekannt geworden: Das Hinterhaus, in dem sich Anne Frank mit ihrer Familie vor der Verfolgung der Nazis über 2 Jahre lang versteckt hat.

In den 60er Jahren wurde das Haus zu einem Museum umgebaut und zieht seither unzählige Besucher aus aller Welt an.

Wir haben einige Zeit überlegt, ob wir mit den Kindern dorthin fahren, insbesondere weil das Thema nicht mal so „nebenbei“ behandelt ist. Außerdem war es für uns nicht ganz einfach, die Reaktion der Kinder einzuschätzen. Wie werden sie das Gesehene verarbeiten? Verstehen sie wirklich schon, was dort gezeigt wird? Und vor allem: wie verarbeiten sie das?

Der Vorbereitung auf den Besuch im Anne Frank Haus haben wir daher eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Zum einen, um abschätzen zu können, in wie weit die Kinder reif genug für das Thema sind, zum anderen damit der Besuch auf wirklich einen Mehrwert für sie hat, und sie das Gesehene zuordnen können. Auf den Seiten des Museums sind einige Medien vorgeschlagen, die man nutzen kann, um Kinder auf den Besuch einzustimmen und dort ist auch erklärt, was bei einem Besuch mit Kindern zu beachten ist.

Wir haben uns dazu entschieden, das Tagebuch ausschnittsweise zu lesen. Außerdem haben wir gemeinsam die Verfilmung der BBC angeschaut, in der die Geschichte von Anne Frank sehr authentisch und ohne Effekthascherei sensibel erzählt wird. Dies kann ich auf jeden Fall sehr empfehlen. Insgesamt ist die Erzählung in vier Teile aufgeteilt, so dass man immer wieder Gelegenheit hat, über das Gesehene zu sprechen. Oftmals haben wir auch zwischendrin unterbrochen, wenn die Kinder Fragen hatten oder wir der Meinung waren, dass an dieser oder jener Stelle Hintergrundwissen fehlt um der Handlung zu folgen.

Nicht ganz so leichte Kost ist das Tagebuch der Anne Frank als Comic. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es nicht erst bei dem Einzug im Hinterhaus beginnt, sondern schon mit dem Kennenlernen der Eltern. Es endet nach dem Tod von Anne Frank und fasst somit auch die Grausamkeiten des Konzentrationslagers mit ein, die das Tagebuch selbst ausklammert. Darüber zu lesen ist nochmal schlimmer, als nur über das Schicksal von Anne und ihrer Familie im Hinterhaus zu lesen. Dennoch ist es sehr zu empfehlen, allerdings erst ab etwa 9 Jahren.

Auf jeden Fall rate ich dazu, egal für welches Medium man sich entscheidet, immer gemeinsam zu lesen oder anzuschauen. Kinder haben bei diesem Thema viele Fragen, mit denen sie nicht allein gelassen werden sollten. Lange Erklärungen und Gespräche sind hier unerlässlich.

Überall an den Wänden sieht man Zitate von Anne. Es beklemmend das zu lesen, wo doch das Schicksal der Schreiberin so endete. Ein Mädchen von 13/14 Jahren, mit den Gedanken einer Erwachsenen. Macht sie der Krieg dazu? Ohne jeden Zweifel hat dieses Mädchen eine besondere Gabe, Wörter zu Papier zu bringen. Den ersten Raum lassen wir aus, da hier ein Film aus den Konzentrationslagern gezeigt wird. Es war einer der Hinweise zum Besuch mit Kindern, dass dieser Film evt. zu grausam sein könnte. Das Hinterhaus ist weitestgehend so erhalten geblieben, wie es zu Annes Zeiten war, über die Geschäftsräume, wo man sich anhand eines Modells die Räume des Hinterhauses anschauen kann, wie sie damals eingerichtet waren, gelangen wir über eine sehr enge Treppe hinauf zu dem Bücherregal, das den Eingang zum Versteck verdeckt hat. Die Räume des Verstecks sind leer, denn die Nazis haben alles ausgeräumt und in diesem Zustand wurde es für das Museum belassen. Aber an den Wänden hängen Informationen über die Räume, man erfährt wer wo gewohnt hat. Viele Menschen wollen am Schicksal Annes teilhaben, besonders in diesem Teil des Museums ist es daher sehr voll. Aber friedlich, kein Drängeln, keiner ist genervt, es geht von allen Besuchern eine scheinbar endlose Geduld aus.

Hier durchzugehen, ein beklemmendes Gefühl, für uns alle. Aufmerksam lesen auch die Kinder die Hinweisschilder an der Wand. Als wir das Hinterhaus wieder verlassen, kommen wir über einen Anbau direkt in das Obergeschoss des Nachbarhauses, das ebenfalls zum Museum gehört. An der Wand hängen Bilder der Bewohner, mit Lebenslauf und auch darüber, wo und wie sie gestorben sind. Wir stehen in einer Schlange, denn an dieser Stelle geht es nur sehr langsam, kaum merklich voran. Jeder bleibt vor den Bildern stehen, jeder braucht "seine Zeit" zum lesen. Aber auch hier geht alles mit einer beachtenswerten Ruhe aus.

Im nächsten Raum kann man sich die Tagebücher von Anne Frank anschauen. Natürlich ist auch das rot karierte dabei, im Original sicher eines der wertvollsten Bücher, die es gibt. Aber Anne hat noch viel mehr Bücher vollgeschrieben, unzählige Blätter und Ausschnitte kann man hier lesen.

An Bildschirmen kann man Interviews oder Ausschnitte aus Reportagen sehen. An den Wänden hängen viele Informationen, auch zu Annes Familie und den Mitbewohnern. Ein Bild berührt mich besonders: Es zeigt Otto Frank am 3. Mai 1960 auf dem Dachboden des Hinterhauses, nur wenige Stunden vor der Eröffnung des Museums. Der Dachboden ist leer und Herr Frank lehnt an einem Holzpfeiler. Sein Blick geht zu Boden, er ist nachdenklich und in Gedanken weit weg. Dieses Bild zeigt einen Mann, der alles verloren hat. Ein sehr bewegendes Bild, das ich später im Museumsshop mitnehmen werde. Jetzt hängt es an meinem Schreibtisch und erinnert mich immer daran, wie kostbar ist, was wir haben: Frieden!

Unser Besuch im Anne Frank Haus dauert an die zwei Stunden. Am Ende der Ausstellung kommen Annes Wegbegleiter zu Wort, sie erzählen, wie sie Anne erlebt haben. Anne Frank, dieses kleine Mädchen hat viele Menschen berührt, inspiriert und vor allem zum Nachdenken gebracht. Ein Blick ins Gästebuch des Museums zeigt, wie viele Menschen aus aller Welt hier zu Gast waren, darunter auch viele Prominente. Anne Frank ist als Symbol des Krieges weltweit geworden. Ein Mädchen, das mit Papier und Stift die Welt veränderte.

Die Kinder sind nach dem Besuch sehr ergriffen von der Geschichte, wahrscheinlich weil sie etwa in ihrem Alter war, sie kannte den Streit mit den Eltern genauso wie sie, erkennen sich in ihren Ansichten über die "normale" Welt eines Teenagers wieder, wodurch Anne als Person für sie greifbarer wird.

Finja kauft sich von ihrem Taschengeld das Comic Buch über Anne Frank, das ich oben bereits erwähnt habe. Und hat es von da an nur noch in der Hand, im Hotel, im Auto, sie liest und liest und liest. Dabei ist Finja eigentlich gar keine große Leseratte. Als sie fertig ist, schnappt sich Torben das Buch und liest es ebenfalls durch. Zwischendurch kommen immer mal wieder Fragen, wenn hier und da etwas unklar ist und dann sprechen wir darüber.

Für uns war es genau der richtige Zeitpunkt, vom Alter der Kinder her gesehen, das Anne Frank Haus zu besuchen. Es ist ein so wichtiges Thema und ich möchte, das unsere Kinder lernen, was damals passiert ist, und wie wichtig es ist, daraus für die Zukunft zu lernen. Ich schalte den Fernseher ein und sehe mal wieder Religionskonflikte. Immer noch. Und frage mich, wie so oft schon, wann das endlich enden wird? Mein kläglicher Versuch, meine Kinder zu sensibilisieren ist ein mein persönlicher kleiner Gegenwind. Wenn jemand diesen Blogpost liest, und mit seinen Kindern dorthin fährt, nur einer, der dann wiederum anderen davon erzählt....

Als wir den Museumsshop mit Büchern, Postkarten und Lesezeichen verlassen, steht eine nicht enden wollende Schlange von bestimmt 1000 m wenn nicht länger vor dem Eingang und wartet darauf eingelassen zu werden. Und dann bin ich berührt, und auch dankbar, dass dieses Museum so viele Besucher anzieht, Besucher aus aller Welt, die sich stundenlang anstellen, um das Hinterhaus in der Prinsengracht zu sehen. Vielleicht sind wir alle ja doch auf dem richtigen Weg - den Weg von fünf großen Weltreligionen in friedlichem Nebeneinander. So wie Anne es sich gewünscht hätte.

Das Anne-Frank-Haus auf einen Blick
  • Wer das Museum mit Kinder besucht sollte sie unbedingt vorbereiten - auch Büchereien haben oft ein tolles Angebot zu dem Thema und beraten bei der Auswahl der Medien für das entsprechende Alter
  • unbedingt die Tickets vorab online kaufen (mit Zeitfenster), das erspart sehr lange Wartezeiten - man darf damit einen Sondereingang nutzen
  • das Fotografieren ist natürlich nicht erlaubt, der Museumshop hält aber sehr gute Materialien zum Museum bereit
  • Bücher im Museumsshop gibt es in vielen verschiedenen Sprachen
  • Falls man kein Ticket im Voraus bekommen hat: Frühes Erscheinen sichert die besten Plätze in der Warteschlange
Adresse:

Anne Frank Haus
Prinsengracht 263-267
Amsterdam, Niederlande

Öffnungszeiten:

1. November bis 31. März
Täglich 9.00 bis 19.00 Uhr (samstags bis 21.00 Uhr).
1. April bis 31. Oktober
Täglich 9.00 bis 21.00 Uhr (samstags bis 22.00 Uhr).
Im Juli und August täglich bis 22.00 Uhr geöffnet!

Eintrittspreise: 

Erwachsene: € 9,-
10-17 Jahre: € 4,50
0-9 Jahre: Eintritt frei

Mittwoch, 21. Januar 2015

[DIY] Travel Journal für Unkreative - Reisetagebücher ganz einfach gestalten


Reisetagebücher habe ich schon immer beklebt, bemalt und beschrieben. Mein ältestes Exemplar ist aus den frühen 90er Jahren, als ich noch mit meinen Eltern in den Urlaub gefahren bin.

Heute sehen die Bücher zwar anders aus, aber es macht nicht minder viel Spaß, diese Bücher zu gestalteten. Diese Bücher werden auch immer wieder gerne herausgeholt und angeschaut. Es sind schöne Erinnerungen, die damit present gehalten werden - die Mühe lohnt sich also.

Wenn ich die Bilder auf Pinterest sehe, wie kreativ diese Travelbooks teilweise sind, dann bin ich schon neidisch, denn ganz offen gesagt, kann ich mit einem Stift ausschließlich schreiben, wenn ich versuche etwas zu zeichnen endet das meist mit Spott meiner Kinder. Finja kann es sich leisten, denn sie kann in der Tat besser zeichnen als ich. Torben hingegen... Aber das ist ein anderes Thema.

Doch Unkreativität ist keine Ausrede, auch ohne jegliches Talent kann jeder sein Reisetagebuch gestalten und ich möchte heute zeigen wie.

Am Anfang steht das Sammeln: Alles, was man vor Ort in seine Tasche stecken kann, wird mitgenommen: Prospekte, Servietten, Aufkleber, Postkarten, Quittungen, Fahrscheine, Eintrittskarten, Sand, ... Außerdem sollte man ein paar Basics dabei haben: Das Buch selbst (ich empfehle A4-Format), Stifte in mehreren Farben, Washi Tape, Klebestift... Mit der Zeit kommen immer neue Ideen dazu!

Flyer von den Orten nehme ich immer in doppelter Ausführung mit, damit ich von beiden Seiten ausschneiden kann.

Und schon geht's los: Am Anfang ist die leere Seite, schaut euch die Flyer an, was ihr dort ausschneiden wollt: Der Titel macht sich toll als Überschrift für eure Seite. Sucht euch Bilder aus, kleine Texte und Erklärungen oder auch nur Überschriften um Akzente zu setzen. Idealerweise kombiniert man das mit eigenen Fotos, die man entweder direkt am PC ausdruckt oder an einem der Fotodrucker in der Drogerie.

Wer mag schreibt eigenen Text dazu, alternativ schreibt man 3-4 Stichworte mit "Highlights" oder einen kleinen Kommentar. Es muss nicht viel Text sein, um das Buch spannend und interessant zu machen.

Dann wird geklebt. Die Bilder und Texte und andere Mitbringsel werden ganz nach Belieben angeordnet und geklebt. Mit der Zeit wird man zunehmen experimentierfreudiger und einfallsreicher. Flüssiger Kleber mit Sand bestreut gibt einen tollen Rahmen für einen Strandtag.

In unserem Schottland-Urlaub hatte ich so viel Spaß an den abendlichen Schnippelein (und meine Familie am Immer-Wieder-Ansehen), dass ich es danach einfach weitergeführt habe. So werden nun bei uns für alle Ausflüge, die wir machen (das sind ja einige mehr als hier im Blog stehen), eingetragen und festgehalten. Mittlerweile ist ein schönes Ritual daraus geworden.

Wie gesagt, man muss nicht wirklich kreativ sein, ausschneiden und aufkleben kann doch irgendwie jeder. Der Wert dieser Erinnerung: Unbezahlbar!

Im Anschluß zeige ich noch ein paar meiner Seiten. Ich wünsche Euch viel Spaß bei Eurem eigenen Buch!











Dienstag, 20. Januar 2015

[Family on Tour] Bunkermuseum Hamburg

Hamburg lässt uns nicht los! Im Herbst, noch lange bevor klar war, dass wir umziehen werden, habe ich vier Karten für das Bunkermuseum gebucht. Die Führungen dort sind immer sehr schnell ausgebucht, insbesondere jene Führungen, die speziell auf Familien mit Kindern zugeschnitten sind. Aber Hamburg ist ja nicht aus der Welt, und so haben wir einen kleinen Ausflug dorthin gemacht, und die Kinder konnten das gleich mit einem Übernachtungswochenende bei Oma und Opa verbinden.

Unsere Kinder waren für die Taschenlampenführung "Bunker im Dunklen" gut ausgerüstet:



Teelichter auf den Treppenstufen leuchten uns den Weg, ansonsten ist es stockfinster, als wir den Bunker betreten. Hier und da flackert eine Taschenlampe auf. Heute machen wir eine Zeitreise 70 Jahre zurück. Deutschland befindet sich mitten im Zweiten Weltkrieg und wird fast jede Nach durch Bombenangriffe bedroht. Für die Bevölkerung bedeutet dies die Flucht in Luftschutzkeller oder Bunker. Wie die Situation in dem Bunker damals war, das werden wir in der 1,5stündigen Führung erleben.

Der Bunker, den wir besichtigen besteht aus Eingangsbereich mit einer hinabführenden Treppe, Gasschleuse, vier Röhren (Maße je Röhre: Breite: 2,00 m, Länge: 17,00 m, Höhe: 2,25 m) mit Platz für 50 Menschen (oftmals waren es mehr), Notausgang. Gebaut wurde der Bunker von 1940-41 mit einer ein Meter dicken Betonschicht.

Nachdem wir etwas zum Aufbau des Bunkers erfahren haben, schauen wir Bilder der zerbombten Häuser aus dem Viertel an, die an eine Leinwand projiziert werden. Menschen die alles verloren haben, hören wir vom Tonband über ihre Erfahrungen berichten. Eine Mutter kommt zu Wort, deren Kind in Panik wegläuft und nie wieder kommt. Kinder, die aus brennenden Häusern nicht mehr gerettet werden können und eine Mutter von 10 Kindern, die beim Versuch ihr Baby zu retten selbst in den Flammen stirbt. Mir läuft ein eiskalter Schauer über den Rücken und im schummrigen Licht sehe ich auch meiner Tochter an, dass das nicht spurlos an ihr vorbei geht. Beim Anblick des zerstörten Viertels werden die Zeitzeugenberichte um so schauerlicher.

Dann ist der Diavortrag zu Ende. Es ist stockfinster und vom Band läuft die Tonbandaufnahme eines Luftangriffs. Man hört Menschen schreien, die Geräusche der Flugzeuge und die Detonation von Bomben. 3 Minuten, die mir vorkommen, wie eine Ewigkeit. Die Menschen im Bunker mussten das über Stunden aushalten. Was für eine Vorstellung. Als die Taschenlampen wieder angemacht werden, bin ich ehrlich erleichtert.

An den Wänden sehen wir Aufnahmen von ausgebombten Häusern, Menschen im Bunker.

Die Kinder (und auch wir Erwachsenen) dürfen Fragen stellen, bevor wir in die nächste Röhre wechseln. Und die Kinder sind allesamt sehr interessiert, stellen viele Fragen, so dass wir länger als wahrscheinlich geplant auf den Bänken sitzen bleiben. Unser Bunkerführer ist sehr geduldig, geht auf die Fragen der Kinder ein und erklärt ausführlich. Man merkt ihm an, dass es ihm ein Anliegen ist, hier zu arbeiten. "Diese ehrenamtliche Tätigkeit ist ein sehr wichtiger Beitrag zur Friedensarbeit", meint er zwischendurch und erzählt, dass er hier auch sehr viele Schulklassen zu Besuch hat.

Im nächsten Raum sitzen wir einem Regal gegenüber, dass Bunkerzubehör, aber auch andere Gegenstände aus dem Krieg zeigt. Von Hitze verformte Flaschen, Feuerbomben, aber auch Gasmasken. Insbesondere die Kindergasmaske lässt wohl jeden Besucher hier erschauern. An dieser Stelle wird auch den Kindern nochmals deutlich, wie schwierig die Zeit damals auch für Kinder gewesen sein muss. Nachmittags zur Schule zu müssen, um das Tragen der Gasmaske zu trainieren - die, wie sie sich nach Begutachtung der Maske sicher sind, gar keine Luft durchlassen kann.

Nachdem auch hier die Fragerunde beendet wurde betreten wir den letzten Raum. Hier ist alles so, wie es damals ausgesehen hat. Nicht im Original, aber originalgetreu wieder aufgebaut. Eine lange Sitzreihe auf der einen Seite, Kofferregale auf der anderen Seite. In der Mitte des Raumes steht ein Etagenbett, die "Krankenstation" des Bunkers. Hier sind in Zeiten der Angriffe auch Kinder geboren worden. Jede Mutter kann sich vorstellen, wie es sein muss, mit 50 Menschen, teils Nachbarn, teils Fremde in einem Raum, entbinden zu müssen. Gleich daneben der Abort - ohne Wasserversorgung.

Hier endet unsere Führung nach 90 Minuten. Am Ausgang steht ein Sparschwein und die Kinder kramen alles, was sie in ihren Taschen finden können zusamen, um es dem Erhalt des Bunkers zu spenden. Ich muss zugeben, dass mich das rührt. Und ich glaube, sie haben verstanden, warum wir hier waren.

Auf dieser Führung waren wir insgesamt 17 Personen, über die Hälfte davon Kinder. Torben und ein anderes Mädchen in seinem Alter die Ältesten, die Jüngsten werden um die 5-6 Jahre alt gewesen sein. Zu jung? Ich glaube, man kann nie zu jung sein, um unsere Geschichte langsam kennen und verstehen zu lernen. Kinder in dem Alter nehmen mit, was sie verstehen können. Finja und Torben haben immer schon Museen besucht, in denen auch der Krieg thematisiert wurde. Vor 3 Jahren einen Luftangriff in Originallautstärke im Berliner Bunker der "Story of Berlin" miterlebt. Krieg und Terror können niemals die Lösung sein, für keine Seite. Genau das müssen wir der kommenden Generation mitgeben! Es ist so leicht, und doch so schwer, einander unabhängig von Religion, Herkunft und Weltanschauung die Hand zu reichen. Jüngste Ereignisse zeigen wieder, wie Einzelne dazu beitragen, Zweifel und Zwietracht zu sehen, aber auch, wie sich Massen dagegen stellen. Und das macht Mut und Hoffnung. Gedanken, die mich aus der Vergangenheit in die Gegenwart holen. Draußen ist es dunkel als wir den Bunker wieder verlassen. Die Heimfahrt nutzen wir, um uns über das Erlebte auszutauschen. Immer noch stellen die Kinder Fragen und man merkt, was für ein Bedürfnis es ist, darüber zu reden. Und das tun wir, bis wie bei Oma und Opa angekommen sind.

Wir können nur empfehlen, mit Kindern die Taschenlampenführung mitzumachen! Hier im Bunker zu sitzen, zu erfahren, wie das damals war, zu sehen, wie Koffer in Reihen hier stehen, die Kinder-Gasmaske aus nächster Nähe zu sehen, das ist immer noch etwas anderes, als davon im Geschichtsbuch zu lesen. Und zu jung waren nur jene Kinder, die hier bei einem Angriff vor über 70 Jahren sitzen mussten! Viel zu jung!

Anschrift: 

Bunkermuseum Hamburg
Wichernsweg 16
20537 Hamburg

Öffnungszeiten: 

Donnerstag (nicht an Feiertagen) von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17.15 Uhr.

Eintrittspreise:

Museumsbesuch:
Erwachsene:  3,00 €
Kinder bis 12 Jahre: 1,50 €

Führung: 
Die Karten für die Touren "Bunker im Dunkeln" sind nur im Vorverkauf erhältlich

Erwachsene: 8,00 €
Kinder bis 12 Jahren: 4,00 €
zzgl. 2,00 € Bearbeitungsgebühr (die Karten werden zugeschickt)

Freitag, 16. Januar 2015

[Family on Tour] Dünen-Therme St. Peter-Ording

Im Herbst waren wir in St. Peter-Ording zum Drachenfestival und auch im Sommer fahren wir gerne an den Sandstrand um uns in die Wellen zu stürzen. Meiner Meinung nach findet man hier einen der schönsten Nordsee-Strände!

Man liest es aus unseren Post raus - wir sind Sommerkinder!! Der Winter nervt uns, vor allem mich. Dieser ständige Regen im Moment macht mich schier wahnsinnig! Hier regnet es wirklich JEDEN Tag. Da hilft nur eines: Die Flucht ins Schwimmbad. Wasser - Wärme - Action - das ist genau die richtige Antwort für diese Jahreszeit.

Letzten Samstag saßen wir also am PC und suchten nach einem Schwimmbad, das wir noch nicht kennen und das allen Wünschen gerecht werden würde: Ich will schwimmen, die Kinder wollen Rutschen, am liebsten immer höher und schneller und Kevin will vor allem Entspannung nach den ersten zwei Wochen im neuen Job.

So kamen wir also auf die Dünen-Therme in St. Peter-Ording. Und das wurde seinem Namen auch mehr als gerecht, allein die Lage in den Dünen ist traumhaft:


Wenn man früh genug da ist, kann man sich einen der begehrten Liegestühle an der Fensterfront sichern, mit denen man einen traumhaften Blick auf die Dünen und das Meer hat und die Möwen vorbeifliegen sehen kann.

Die Kinder haben dafür keinen Blick, die Handtücher werden auf den Stuhl geschmissen und schon sind sie wieder weg.

Die River-Rutsche wollen sie sofort ausprobieren. Ich bin kein großer Fan von Rutschen, früher ja, da konnte es mir auch nie hoch und schnell genug sein, nach der Geburt meiner Kinder bin ich allerdings in der Hinsicht eher zurückhaltend. Komisch, wie man sich und seine Vorlieben/Einstellungen so ändern kann. Aber ich will kein Spielverderber sein und lasse mich überreden. Die Rutsche geht nach draußen, mir ist jetzt schon bitterkalt und dann in einer offenen Rutsche nach draußen? Brrrrr...... Ich rutsche, plötzlich tauche ich unter, wenig später taucht auch schon meine Tochter hinter mir auf, während ich noch versuche, auf die nächste Rutschrampe zuzuschwimmen. "Los Mama, halt hier nicht den ganzen Verkehr auf!" ruft sie und schubst mich an. Hallo?! Schon ist auch mein Mann hinter mir, der mich höhnisch fragt, ob er mir helfen solle. Er klatscht seine Tochter ab und ich bin endlich auf der nächsten Etappe auf dem Rutschweg und lande promt, im nächsten Auffangbecken, in das ich wieder kopfüber eintaucht. 'Schwapp' sind auch Töchterchen und mein Ehemann wieder hinter mir. Ich bin erst 10 Minuten im Bad und habe schon blaue Flecken. Schnell die letzte Etappe, bevor sie wieder mit ihren Sprüchen kommen. Aufatmen, als ich endlich unten angekommen bin. Ich fühle mich, als wäre ich in diesen 2-4 Minuten um Jahre gealtert. Ich brauche eine Pause und will den Whirlpool ansteuern, den ich nicht gedenke bis heute Nachmittag wieder zu verlassen. Doch schon zerrt meine Tochter wieder an mir, "Und jetzt die Reifenrutsche!!!". So finde ich mich im nächsten Moment mit einem 2er-Reifen in der Hand oben an der Reifenrutsche wieder. Mein Körper fragt sich insgeheim, ob ich den Verstand verloren habe, aber was tut man nicht alles für seine Kinder?! "Viel zu viel", ruft mein Körper noch, aber dann bin ich auch schon auf Talfahrt und sause mit meiner Tochter durch die Tunnelröhre und was soll ich sagen, es macht tatsächlich Spaß und ich erinnere mich plötzlich wieder daran, wie das mal war. Als wir unten ankommen, hat sich mein Körper mit dem Rutschen wieder ausgesöhnt. Trotzdem: Ich brauche eine Pause.

Da ich mir nun den Rest des Schwimmbades gerne ansehen würde, lasse ich den Rest meiner Familie weiterrutschen, die schon wieder auf dem Weg zur River-Rutsche sind, und genieße die Zeit, die ich gerade für mich habe, um ein paar Bahnen zu schwimmen. Nichtschwimmer und Schwimmerbecken gehen hier ineinander über. In diesem Becken gibt es in regelmäßigen Abständen auch Wellen, aber noch ist es hier "windstill" und so kurz nach Öffnung tummeln sich in dem Becken kaum Besucher, so dass ich in Ruhe meine Bahnen ziehen kann. Sehr entspannend! Gleich neben dem Becken befindet sich ein geschlossener Ruheraum, in dem sich auch Liegestühle befinden. Daneben ist das Bistro.

Auf der anderen Seite des Schwimmbades ist der Familienbereich, mir einem schönen Kleinkindbecken mit Piratenschiff, Strandkörben und sogar Laufställe stehen zur Verfügung.

Zusätzlich gibt es ein weiteres großes Becken mit 1,30 m Wassertiefe (können auch 1,20 m gewesen sein), hier gibt es einen Strömungskanal, Massagedüsen und auch die Verbindung zum Außenbecken. Solange keine Windböe kommt, kann man hier gut schwimmen, sonst kann es auch schon mal passieren, dass man Dünensand ins Gesicht bekommt. Der Boden im Außenbecken ist schon mit einer Sandschicht bedeckt und auch nachfolgende Badegäste kommen mit der Frage "Weht der Wind schon wieder?!" durch die Gummilamellen geschwommen.

Was mir gut gefällt ist, dass man hier beim Bademeister Wasserbälle ausleihen kann. Unserer hat nämlich den letzten Schwimmbadbesuch nicht heil überstanden.

Es ist schon später Nachmittag, als wir das Schwimmbad wieder verlassen.

Leider war die Turbo-Rutsche gesperrt, die Torben unbedingt ausprobieren wollte. So haben wir aber wenigstens einen Grund um wieder zu kommen.

Wer Urlaub an der Nordsee macht, sollte unbedingt Badesachen dabei haben, um bei einem Schlechtwettertag hierhin flüchten zu können!

Pro und Kontra: 

+ schöne Lage
+ drei völlig verschiedene Rutschen
+ separater Ruhebereich
+ sehr schöner, bunter und durchdachter Familienbereich
+ Wellenbad
+ freundliches Personal

- es gibt nur gemischte Sammelumkleiden und wenige Einzelumkleiden - ich bin ja tolerant, aber neben wildfremden Männern umziehen möchte ich mich dann doch nicht
- die Haartrockner brauchen ewig um die Haare zu trocknen

Anschrift: 

Dünen-Therme
Maleens Knoll 2
25826 Sankt Peter-Ording

Öffnungszeiten: 

April bis Oktober
  • täglich 10.00 - 22.00 Uhr
November bis März
  • Montag - Freitag 14.00 - 22.00 Uhr
  • Samstag, Sonn- & Feiertag 10.00 - 22.00 Uhr
Eintrittspreise:

Tageskarte Erwachsene: 13,00 €
Tageskarte Kinder: 8,00 €
Tageskarte Familien: 31,00 €

Es gibt auch Tarife für eine 2,5 und 3,5 Stunden. Wer die Sauna mitnutzen möchte, zahlt etwas mehr. Die genauen Tarife findet ihr auf der Homepage von St. Peter-Ording.

Donnerstag, 15. Januar 2015

[Family on Tour] Odysseum in Köln - Dauerausstellung

Nachdem wir die Harry Potter Ausstellung besichtigt haben, wollten wir natürlich auch noch die Dauerausstellung des Odysseums besuchen, wenn wir schon ein Kombiticket haben. Vorneweg: Auch ohne die Harry Potter Ausstellung zu besuchen, lohnt sich das Odysseum - lest warum:

Bevor wir in die Ausstellung gehen, werden wir von zwei netten Damen mit einer Mueseumsralley ausgestattet. Es gibt hier vier verschiedene Schwierigkeitsstufen, von einfach bis harte Nuss - die Kinder können aussuchen, was sie gerne machen möchten, bzw. was sie sich zutrauen. In der Ausstellung finden wir immer wieder Stationen die farblich gekennzeichnet sind. Und so werden wir Ausschau halten, nach roten und schwarzen Stationen.

Dann geht es endlich los. Wir betreten einen Fahrstuhl, in dem ein kleiner Film gezeigt wird. Es ruckelt und wackelt, denn wir "fahren mit einem Raumschiff". Unsere erste Haltestelle ist der Urwald. Die Türen öffnen sich und wir finden uns in einer grünen Oase wieder, in der es jede Menge zu entdecken gibt. Kinder, die zu Elefanten, Nashörnern und Schweinchen werden beispielsweise!



Finja ist gerade dabei, mit archäologischem Spürsinn Knochen in der Sandgrube freizulegen, als uns plötzliche ein lauter ROAHHH aufschrecken lässt. Nur wenige Meter weiter reißt ein großer Dinosaurier sein Maul auf!


Die Kinder sind dort nur wegzubekommen, weil gleich darüber ein kleiner Kletterparcours ist. Kevin und ich wissen schon, jetzt haben wir eine kleine Verschnaufspause, denn wenn die Beiden irgendwo rumklettern können, sind sie erst mal eine ganze Weile beschäftigt.


Es ist schon ein Wunder, unsere DNA und immer wieder für eine Überraschung gut: Habt ihr gewußt, dass wir uns mit der Maus 99% der DNA teilen? Dieses verbleibende 1% entscheidet also über Mann oder Maus - eine überraschende Tatsache. Aber nicht nur das lernen wir hier, sondern auch wie unser Körper, unsere Sinne funktionieren und warum. Dafür gibt es zahlreiche Stationen, an denen man etwas ausprobieren kann. Das Loch in der Wand zu treffen, wenn man eine Zerrbrille aufhat ist ebenso kniffelig, wie eine schnelle Reaktion, wenn man sich allein auf seine Hörleistungen verlassen muss. Spürt man die kitzelnden Borsten des Pinsels auch dann, wenn sie die Hand gar nicht wirklich berühren, sondern und eine Phantamhand?

Spannende Fragen, denen wir hier auf den Grund gehen können. Zum Schluss dürfen wir uns noch mal im Ideal sehen, indem wir uns fotografieren lassen und die Gesichtshälfte spiegeln, um ein symmetrisches Gesicht zu bekommen. Irgendwie ungewohnt und keiner möchte danach noch "schön" sein, sondern lieber so bleiben wie immer!

Nachdem wir den Themenbereich Urwald hinter uns gelassen haben, betreten wir wieder einen Fahrstuhl um unsere Reise fortzusetzen. Wieder befinden uns wieder in dem Raumschiff und ein kleiner Roboter unterhält uns während der "Fahrt".

Wir befinden uns plötzlich in einer großen Kuppel, mit einem riesigen Erdball in der Mitte. Hier dreht sich alles um das Thema Erde, Weltraum, Physik und Ressourcen.

Auf einer riesigen Leinwand kann man jeden Ort der Welt über Google Maps finden.  Auf einer Waage messen wir, wie lange wir nach einem Sprung in der Luft bleiben können.

Über eine lange Kreisempore kommen wir zu den unterschiedlichen Stationen und ins Erdgeschoss, wo sich weitere Mitmachstationen befinden.  Wir können einen Blick in unsere Hand werfen, stark vergrößert, bis zur letzten Zelle. Aber um ehrlich zu sein, sind unsere Kinder schon gedanklich ganz woanders, denn sie haben den Astronautenflug-Simulator entdeckt und sind nicht mehr zu halten. Also geht es direkt dorthin, und wir haben Glück, dass nur noch 2 Kinder vor unseren in der Schlange stehen. Mir wird schon beim Zusehen schlecht. Den Kindern offensichtlich nicht, denn sie setzen sich auf dem Stuhl und lassen sich durchwirbeln: hoch und runter, kopfüber und auf die Seite. Ich kann mir das nicht ansehen!

Und eigentlich dachte ich, dass wir uns nun in die Ausstellung stürzen können, doch Fehlanzeige, denn plötzlich waren meine Kinder verschwunden, während ich gerade noch fasziniert/schockiert vor der Tafel stehe, wie lange die Ressourcen auf der Erde noch reichen, uns zu ernähren, wie unser Umgang mit der Erde das (Über)Leben beeinflusst. Ich versuche darauf zu achten, keine Energie zu verschwenden und wenig Müll zu produzieren, und dennoch: Es sieht nicht wirklich gut aus für unsere Erde, wenn es keine 180° Wendung gibt. Das weiß man, aber genau ausgerechnet zu kommen, wann die Erde uns nicht mehr ernähren kann, das ist schon nochmal eine andere Hausnummer.

Meine Kinder finde ich dann auch wieder, sie stehen vor dem Flugsimulator an. Selbst mal Pilot sein, wer möchte das nicht?!

Schon nach kurzer Wartezeit sind beide an der Reihe und fliegen (gedanklich) über uns weg.

"Jetzt wollen wir alles andere ausprobieren", höre ich meine Kinder noch schnell rufen, dann sind sie auch schon damit beschäftigt, Zahnräder aufzustecken.

Es gibt noch viele andere Stationen hier, aber es würde den Rahmen sprengen, alle einzeln aufzuzählen. Nur soviel, man sollte allein für diese Halle mind. eine Stunde einplanen, eher ein kleines bisschen länger.

Mittagszeit ist längst vorbei und erst als wir aus der Ausstellung raus sind, merken wir, wie hungrig wir eigentlich sind. Also steuern wir geradewegs das Museumsbistro an. Wir haben Glück und erwischen den letzten freien Tisch. Bestellt haben wir Nudeln und Pizza, wobei es nicht mehr als gerade so ok war. Die Pizza war nicht frisch, sondern tiefgefroren und das zu wirklich gepfefferten Preisen. Aber wir hatten Hunger und irgendwie keine Alternative - generell familienfreundlich war das "Vergnügen" jedenfalls nicht. Da kann sich das Odysseum wirklich mal ein Beispiel am LIFE in Newcastle nehmen, die zeigen, dass ein Museumsbistro gesundes Essen zu günstigen Preisen anbieten kann!

Gut gestärkt schlagen wir nun die letzte Etappe ein: Das Museum mit der Maus.


Die Maus ist legendär, schon als Kind habe ich gespannt zugeschaut, als erklärt wurde, wie die Streifen in die Zahnpasta kommen. Das war auch das einzige Kinderprogramm, was mein Papa damals immer gerne mitgeschaut hat. Auch heute noch erklärt die Maus Kindern die Welt so, dass sie es auch wirklich verstehen. Und auch als Erwachsener erfährt man immer wieder Neues, auch Dinge, nach denen man bisher nie gefragt hat. Zum Beispiel, was eigentlich im Schloss passiert, wenn man den Schlüssel hinein steckt. So etwas habe ich noch nie ernsthaft hinterfragt.

Hier wird es nicht nur trocken erklärt, sondern im Großformat zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt. Von drei Schlüsseln passt nur einer, und anhand des transparenten Schlosses kann man direkt sehen warum das so ist.

Der Hauptmagnet in diesem Bereich ist der große Wasserlauf, wo man an mehreren Stellen kleine Experimente durchführen oder einfach nur planschen kann. Hier werden Dämme gebaut und wieder eingerissen, es werden Schikanen eingebaut und ganz nebenbei lernen die Kinder warum diese den Flusslauf bremsen können.


Der Alltag der Kinder ist voller Fragen, die Maus und Elefant beantworten. Ausprobieren steht dabei immer an erster Stelle:
  • Wie oft kann ich ein Blatt Papier falten?
  • Wie sieht es im Innern einer Waschmaschine aus?
  • Wie sieht ein Feuermelder von Innen aus?
  • Was befindet sich im Staub?
  • Warum sind Gullideckel rund?
  • ... 
 Das sind nur einige der Fragen, die hier gestellt werden. Aber im Maus-Bereich des Museums kann man nicht nur jede Menge lernen, sondern auch viel Toben und Klettern. Ein großer Kletterturm lässt (kleinere) Kinder so richtig auspowern - Rutschen - Klettern - Balancieren, bis unter die Decke hoch. Für die Größeren gibt es einen Kletterparcours, mit dem sie an der Decke entlang über den Ausstellungsbereich klettern können.

Und das ist für uns auch schon der Abschluss dieser tollen Museumstour. Insgesamt waren wir über 6 Stunden hier und wir finden: Das war ein erlebnisreicher Besuch mit vielen Highlights!




Odysseum auf einem Blick: 

  • Unbedingt vorher Piknicken, oder den Besuch auf die Zeit nach dem Mittagessen legen, Museumsbistro ist überteuert
  • Garderobe und Taschen können in Schließfächern verstaut werden (Pfand 1 €-Münze)
  • Fotografieren ist in der Dauerausstellung (auch mit Blitz) erlaubt
  • Festes Schuhwerk ist für den Klettergarten notwendig
  • bei kleineren Kindern Ersatzkleidung mitnehmen, falls sie beim Wasserspielplatz nass werden
  • Das Außengelände ist nur geöffnet, wenn die Witterungslage es zulässt
  • für den Besuch viel Zeit einplanen